in Behandlung

Im Frühstadium ist Nagelpilz gut behandelbar und vollständig heilbar. Die Infektion beginnt meist an einem Fußnagel oder Fingernagel mit einer weißen Verfärbung und Glanzverlust. Im Infektionsverlauf verfärbt sich der Nagel gelblich bis bräunlich und verhornt. Eine brüchige, dick aufgeworfene und rissige Nagelplatte ist ein typisches Symptom für Nagelpilz und die Risiken für Folgeerkrankungen. Je früher die Pilzinfektion mit antimykotischen Salben oder Sprays behandelt wird, umso höher sind die Heilungschancen, ohne dass benachbarte Nägel oder die umliegende Haut in Mitleidenschaft gezogen werden.

Hand mit Wundrose in Folge einer Nagelpilzerkrankung

© toa555 / Adobe Stock

Nagelpilz – eine im Gesundheitsrisiko unterschätzte Infektion

Auch wenn es sich beim Nagel um totes Gewebe handelt, darf eine Pilzinfektion nicht unterschätzt werden. Denn Faden- und Hefepilze halten sich nicht auf dem verhornten Teil des Nagels, sondern unter der Nagelplatte und dem darunter liegenden Gewebe auf. Je länger die Symptome verkannt werden, umso größer wird die infizierte Fläche. Von Nagelpilz Betroffene sollten wissen, dass sich die Pilzinfektion nicht auf den anfänglich erkrankten Nagel beschränkt. Durch Schmierinfektionen, durch Risse in der Haut und das hohe Ansteckungsrisiko im Direktkontakt kann Nagelpilz einige Folgeerkrankungen begünstigen und das Wohlbefinden deutlich einschränken. Im Anfangsstadium ist es ein kleiner Fleck auf der Nagelplatte. Wenige Wochen später sind alle Fußnägel betroffen und bei ausbleibender Behandlung greift die Infektion auf die Haut, auch auf die Haut bei vom Fuß weiter entfernten Körperteilen über. Durch die mit Pilzinfektionen einhergehenden Risse und Aufweichungen haben Parasiten, Bakterien und Viren leichtes Spiel beim Eindringen in die Haut und damit in den Körper des Betroffenen.

Langzeitschäden bei Nichtbehandlung – Die größte Gefahr bei Nagelpilz

Nicht behandelte Pilzinfektionen der Nägel führen unweigerlich zur flächendeckenden Ausbreitung. Zuerst werden die benachbarten Nägel, in Folge auch die Haut an den Fußsohlen oder Handflächen und in den Zwischenräumen der Extremitäten infiziert. Nagelpilz ist äußerst ansteckend und wird per Schmierinfektion übertragen. Für eine Infektion anderer Menschen oder die Verbreitung der Pilze auf dem eigenen Körper ist nicht zwangsläufig ein Direktkontakt nötig. Kontaminierte Oberflächen und Textilien begünstigen die Ausbreitung der Erkrankung. Zu den schmerzhaften und die Lebensqualität einschränkenden Nagelpilz Folgeerkrankungen gehört der vollständige Nagelverlust. Dringt die Infektion ins Nagelbett ein, kommt es oftmals zur Notwendigkeit einer operativen Nagelentfernung mit dauerhaftem Verlust des betroffenen Nagels.

Folgeerkrankungen: Mykosen durch Selbstinfektion & bakterielle Erkrankungen

Die Bezeichnung Nagelpilz lässt vermuten, dass eine Ausbreitung der Infektion außerhalb der Fuß– und Fingernägel nicht möglich ist. Doch das ist ein Irrglaube, denn die Erreger, Faden- und Hefepilze, sind auch für andere Mykosen verantwortlich. Häufig kommt es bei Nagelpilz zu Folgeerkrankungen wie Mykosen an den Fußsohlen und Handinnenflächen, im Lenden- und Hüftbereich und im Gesicht. Die betroffenen Areale werden anfällig für Bakterien und Viren. Bei einer gleichzeitigen Infektion mit Bakterien und Pilzen kommt es zum Behandlungsproblem. Während die Folgeerkrankung eine Antibiose benötigt, würde die Gabe von Antibiotika den Pilz verschlimmern und für eine flächendeckende Ausbreitung sorgen. Nagelpilzerkrankungen sind kein kosmetisches Problem. Sie stellen ernste Gefahren für die Gesundheit dar und können Mykosen am ganzen Körper auslösen.

Wundrose – eine wissenschaftlich bestätigte Nagelpilz Folge

Bei der Wundrose handelt es sich um eine Superinfektion, die durch Streptokokken ausgelöst wird. Bekannter ist die Erkrankung unter der Bezeichnung Gürtelrose. Wundrosen gehören zu den größten Gefahren im Bereich der Nagelpilz Folgeerkrankungen. Die Streptokokken dringen durch die aufgeweichte Haut und durch kleinste Wunden in den Körper ein, wo sie eine Superinfektion mit stationärem Behandlungsbedarf auslösen. Das Risiko der Wundrose als Folgeerkrankung bei unbehandeltem Nagelpilz ist wissenschaftlich erforscht und bestätigt. Allein durch diese Gefahr sollte der Nagelpilz ernst genommen und umgehend behandelt werden. Wundrosen treten großflächig auf und können bei Nagelpilz am Fuß das Schienbein und die Wade, bei Nagelpilz an den Händen die Arme betreffen. Auch das Risiko einer Gesichtsrose mit einer daraus bedingten Augenerkrankung ist nicht ausgeschlossen.

Nagelpilz ist unbehandelt höchst ansteckend

Die hohe Ansteckungsgefahr einer unbehandelten Nagelpilzinfektion birgt das Risiko, dass es nicht nur zu Folgeerkrankungen beim Betroffenen kommt. Jede infizierte Person hat die gleichen Risikofaktoren und kann an Mykosen, an bakteriellen oder parasitären Infektionen erkranken oder eine lebensbedrohliche Wundrose entwickeln. Das Risiko einer bakteriellen Infektion als Folgeerkrankung ist bei an Nagelpilz erkrankten Personen doppelt so hoch. Ältere Menschen, Personen mit einem schwachen Immunsystem und Kinder sind besonders gefährdet. Bei Nagelpilz an den Fingern ist die Ansteckungsgefahr deutlich größer als bei Pilzinfektionen an den Fußnägeln. Dies trifft sowohl auf die Selbstinfektion durch Schmierübertragung, wie auf die Ansteckung anderer Personen zu. Direktkontakte sollten vermieden, Flächenkontakte nicht ohne anschließende Desinfektion oder mit Handschuhen / Schuhen vorgenommen werden.

Fuß- und Handinfekte durch Schmierinfektion

Fakt ist: Um Pilzinfektionen zu behandeln und sich vor Nagelpilz Folgeerkrankungen zu schützen, ist eine medikamentöse Therapie nötig. Voran geht eine Diagnose, in der durch einen Abstrich im Labor eine Kultur angelegt und die Pilzart bestimmt wird. Nur eine zielgerichtete Behandlung ist effektiv und mindert die Ansteckungsgefahr sowie die Ausbreitung der Infektion. Hygiene ist im Infektions- und Behandlungszeitraum essentiell. Die meisten Folgeerkrankungen treten durch Schmierinfektionen und die damit verbundene Verbreitung der Pilze auf dem Körper auf. Für die Körperhygiene sollten Betroffene zugunsten der Gesundheit ihrer Mitbewohner auf Einweghandtücher aus Papier zurückgreifen. Um eine Kontaminierung der Fußböden und die darauf basierende Übertragung zu vermeiden, ist barfuß laufen im Infektionszeitraum ein Tabu. Die Hände und Füße werden mit einem desinfizierenden Antimykotikum behandelt. Für hygienische Oberflächen von Möbeln und Gegenständen sollten Desinfektionsreiniger zum Einsatz kommen.


Bildnachweis: © toa555 / Adobe Stock

Bewertung
[Gesamt: 0 / Durchschnitt: 0]

Suchbegriff eingeben und Enter drücken

Nelkengelbe Salbe in braunem Glas