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Lebermoosextrakt wird bei Nagelpilz als Hausmittel häufig empfohlen – aber wirkt dieses pflanzliche Präparat auch wirklich gegen die Infektion oder sollte lieber darauf verzichtet werden? Wir klären auf.

Lebermoos Pflanze

Was ist Lebermoosextrakt?

Lebermoosextrakt besteht aus Auszügen aus der Pflanze Bazzania und wurde hochdosiert, um die Wirkstoffe besonders einfach und effizient anwenden zu können. Es kann als Tinktur oder als Spray aufbereitet sein. Hierdurch lässt es sich beispielsweise leicht verdünnen, kann jedoch auch problemlos direkt aufgetragen werden.

Lebermoosextrakt gegen Pilzinfektionen

Das Lebermoosextrakt wird bei Nagelpilz und Hautpilz empfohlen. Es wird unter anderem bei diesen Erkrankungen eingesetzt, wenn Tiere davon betroffen sind. Nicht nur die Tiere werden damit behandelt, sondern auch Zubehör wie beispielsweise Sattel und Riemen. Ebenso soll es bei Krautfäule von Pflanzen wirken können.

In Untersuchungen stellte sich heraus, dass die konzentrierten Auszüge aus der Pflanze sowohl antibiotische als auch antimykotische Substanzen enthalten. Dabei zeigte sich vor allem eine Verbindung namens Drimenol effektiv gegen Pilzinfektionen der Haut und Nägel.

Ein weiterer potentieller Vorteil ist, dass die antibiotischen Substanzen positiv auf Entzündungen einwirken können. Da Pilzinfektionen die Haut und die Nagelplatte schädigen, können auch andere Erreger leichter eindringen. Daher sind zusätzliche Entzündungen keine Seltenheit in Verbindung mit der Erkrankung.

bazzania Detailaufnahme

Lebermoosextrakt besteht aus Auszügen aus der Pflanze Bazzania.

Wie kann Lebermoosextrakt bei Nagelpilz eingesetzt werden?

Für den Einsatz von Lebermoosextrakt gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann es in ein tägliches Fußbad oder Handbad gegeben werden. Lauwarmes Wasser sorgt dafür, dass Haut und Nägel leicht aufweichen und die Wirkstoffe besser eindringen können. Haben sich die Nägel durch die Pilzinfektion bereits verdickt, ist das vorherige Einweichen zum Kürzen der Nagelplatte aber auch zum Anrauen für die folgende Behandlung sinnvoll. Ebenfalls sinnvoll ist es, Haut und Nägel zuvor in einem Bad zu reinigen und sie auf die weiteren Maßnahmen der Therapie vorzubereiten.

Eine weitere Möglichkeit der Anwendung wäre, die Lösung oder das Spray direkt auf den betroffenen Nagel aufzubringen. Hierzu sollte die Oberfläche der Nagelplatte zuvor mit einer Feile leicht aufgeraut werden. Das Aufrauen begünstigt das Eindringen der Wirkstoffe und kann dabei helfen, eine schnellere Heilung zu erzielen und die Behandlungsdauer zu verkürzen.
Allerdings sollte beachtet werden, dass Lebermoosextrakt nur nach ärztlicher Absprache und nur als Zusatz zu einer klinisch getesteten Therapie anzuwenden ist. Denn bisher fehlen ausreichend klinische Studien zur Wirksamkeit und zu möglichen Nebenwirkungen sowie Begleiterscheinungen, Allergien und Unverträglichkeiten.

Wann sollte Lebermoosextrakt nicht angewendet werden?

Die Lösung sollte nicht angewendet werden, wenn:

  • unklar ist, ob es sich um Nagelpilz handelt
  • im Vorfeld keine medizinische Abklärung stattgefunden hat
  • es als alleiniges Präparat verwendet wird
  • sich Beschwerden, wie stärkere Rötungen, Juckreiz, Brennen oder Schmerzen einstellen

Fazit: Lebermoosextrakt nicht unbedingt bei Nagelpilz empfehlenswert

Auch wenn es sich bei Lebermoosextrakt um ein bewährtes Hausmittel handelt, fehlen derzeit noch umfassende wissenschaftliche Ergebnisse. Hinzu kommt, dass die Konzentration an Wirkstoffen schwanken kann, da es sich um ein Naturprodukt handelt. Hierdurch ist die alleinige Behandlung mit dem Konzentrat unsicher und sollte lediglich als Zusatz, jedoch nicht als Ersatz für die Anwendung von klinisch geprüften Antimykotika, wie beispielsweise Clotrimazol.

Heilt die Infektion auch mit diesen Präparaten nicht ab, sollte aufgrund der potentiellen Folgeschäden wie beispielsweise einer Verdickung, erheblichen Schmerzen oder sogar dem vollständigen Verlust des Nagels zwingend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann gegebenenfalls auch eine zusätzliche Therapie durch innerlich anzuwendende Mittel einleiten oder die zugrunde liegende Ursache behandeln.

 


Quellen:

http://www.eurekaselect.com/67988/article
https://www.scbt.com/de/p/drimenol-468-68-8
https://vet-tcm.de/shop/product/view/67/17

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