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Nagelpilz ist eine hartnäckige Erkrankung, die sich nur mit entsprechender Geduld und passenden Mitteln heilen lässt. Dennoch wird als Hausmittel immer wieder Mundwasser empfohlen. Aber kann dieses wirklich wirksam sein oder verzögert es die Heilung sogar?

Listerine Mundwasser

Was ist Nagelpilz?

Um zu verstehen, warum Mundwasser gegen Nagelpilz helfen kann oder sich unwirksam zeigt, muss zunächst Nagelpilz verstanden werden. Es handelt sich hierbei um Erreger, die in die Nagelsubstanz eindringen und diese nach und nach zerstören. Dabei kann ein vollständiger Nagelverlust die Folge sein. Zudem kann die Infektion von den Nägeln auf die Haut und von der Haut auf die Nägel erfolgen, was wiederum zu weiteren Komplikationen führen kann.

Symptome für Nagelpilz

Die Nägel verfärben sich, werden dicker, spröde und können sich schälen. Eine gelbliche bis bräunliche Färbung ist zu erwarten. Ebenso können Druck, Schmerzen und Brennen auftreten. Rötungen und Schwellungen neben den infizierten Nägeln sind ebenfalls möglich.

Anfangs fallen die Verfärbungen oftmals nicht auf. Das trifft vor allem dann zu, wenn Nagellack getragen wird. Unter der luftdichten Schicht können sich Keime nahezu ungehindert vermehren und sogar in den unteren Nagelschichten ausbreiten. Das gilt auch für künstliche Nägel, die aufgeklebt wurden.

Diagnose des Nagelpilzes

Oftmals kann die Diagnose bereits durch das Betrachten des Nagels gestellt werden. Die typischen Verfärbungen und Änderungen in der Beschaffenheit, wie Verformungen, Rillen und das Abschälen sind charakteristische Anzeichen dafür. Durch eine Abschabung und Kultur ist es zum einen möglich, eine genaue Diagnose zu stellen und den exakten Erreger zu bestimmen. Zum anderen kann hierdurch auch die passende Behandlung gewählt werden.

Mundwasser gegen Nagelpilz

Mundwasser gegen Nagelpilz einzusetzen, kann zunächst ungewöhnlich erscheinen. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch um ein Hausmittel, das sehr häufig empfohlen wird. Das ist darauf zurückzuführen, dass einige Mundwasser antimikrobiell wirken und somit auch theoretisch die Sporen der Nagelpilz-Erreger bekämpfen können.

Häufig empfohlen wird hierfür Listerine Mundwasser, das im Verhältnis von 1:1 mit weißem Essig gemischt als tägliches Fußbad gemischt oder direkt auf die Nägel aufgetragen wird. Durch die natürlichen und keimabtötenden Inhaltsstoffe, wie Menthol, Eukalyptol, Thymol und Methylsalicylat können die Pilzsporen tatsächlich bekämpft werden. Allerdings wird dafür zum einen sehr viel Mundwasser benötigt, was mittel- und langfristig deutlich teurer als spezielle Antimykotika aus der Apotheke ist. Der Kostenfaktor sollte also ebenfalls berücksichtigt werden.

Zum anderen erfordert das direkte Auftragen einige Zeit und damit auch Geduld. Das gilt vor allem dann, wenn mehrere Nägel befallen sind. Denn um eine Wirkung zu erzielen, muss das Mundwasser wenigstens drei bis vier Mal täglich aufgetragen werden. Das Auftragen muss so erfolgen, dass die komplette Oberfläche vollständig bedeckt ist.

Mundwasser als Fußbad

Wenn Mundwasser als Fußbad gegen Nagelpilz eingesetzt werden soll, müssen verschiedene Punkte beachtet werden:

  • Art:
    Aus Erfahrungswerten wird vor allem Listerine empfohlen. Studien hierzu finden sich jedoch nicht in ausreichender Anzahl.
  • Ausreichende Menge:
    Es sollte so viel Flüssigkeit vorhanden sein, dass die Füße vollständig bedeckt sind. Das gilt nicht nur für die betroffenen Nägel, sondern auch für die Haut in nächster Nähe. Denn die Sporen breiten sich hierauf aus oder können von den Nägeln ausgehend für eine neue Infektion sorgen.
  • Verhältnis:
    Das Verhältnis von einem Teil Essig und einem Teil Essig muss in jedem Fall eingehalten werden. Ansonsten kann es zu noch stärkeren Hautreizungen kommen, als durch die Kombination ohnehin schon gegeben ist.

Mundwasser als Tinktur

Einfacher und theoretisch wirksamer kann die Anwendung von Mundwasser als Tinktur gegen Nagelpilz sein. Hierdurch wird die Lösung direkt auf den Nagel und die Sporen beziehungsweise Erreger gegeben. Die Bekämpfung erfolgt also direkter und gezielter. Allerdings ist sie auch aggressiver.

Dadurch können mehrere Nachteile entstehen.

Nagelpilz mit Mundwasser bekämpfen – die Nachteile

Bei den potenziellen Nachteilen dieses Hausmittels handelt es sich vor allem um mögliche Reizungen. Neben den Nägeln und den Sporen wird auch die Haut in Mitleidenschaft gezogen. Das wiederum kann den Hautschutz schädigen und weitere Infektionen sowie Schäden nach sich ziehen.

Hierdurch kann es sogar wahrscheinlicher werden, dass bakterielle, virale oder weitere Pilzinfektionen folgen. Die Behandlung mit Mundwasser ist daher nur bedingt empfehlenswert und sollte in jedem Fall vorsichtig und unter Berücksichtigung der jeweiligen Risiken erfolgen. Nur dann kann dieses Hausmittel sinnvoll gegen Nagelpilz eingesetzt werden und Vorzüge erbringen, anstatt weitere Gefahren und Probleme zu erzeugen.

Besser ist, wie bereits angesprochen, ein in der Apotheke erhältliches Mittel gegen Nagelpilz zu verwenden, beispielsweise eine Creme oder Salbe, die sich einfach und ohne Schwierigkeiten auftragen lassen.

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