Amorolfin

Amorolfin ist ein Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen an den Nägeln von Händen und Füßen oder auf der Haut. Es hat sich besonders bei Nagelpilz mit einem Befall durch Dermatophyten (Trichophyton), Hefen (Candida, Cryptococcus), dimorphe Pilze (Histoplasma) und Schimmelpilze (Alternaria) bewährt, wenn unter 80 Prozent der Nageloberfläche befallen sind und wenn der Einsatz überwiegend an den Nagelrändern erfolgt. Das Mittel muss im Gegensatz zu anderem Nagellack zur Pilzbehandlung nur ein bis zwei Mal in der Woche aufgetragen werden. Es ist ein Breitband Antimykotikum. Amorolfin wird in acrylbasiertem Nagellack und in Salben zur Bekämpfung von Nagelpilz eingesetzt.

Wie wirkt Amorolfin?

Der antimykotische Wirkstoff dringt nach dem Auftragen in den Nagel ein. Der Wirkstoff Amorolfinhydrochlorid hemmt bei Nagelpilz die Produktion von Ergosterol. Ergosterol kommt in den Zellmembranen von Pilzen vor. Fehlt dieser Stoff, können Pilze keine funktionsfähigen Zellwände bilden. Das bedeutet, dass die Pilzzellen keinen mechanischen Beanspruchungen gewachsen sind. Ohne Wände läuft das Innere der Zelle aus. Der Pilz kann sich nicht vermehren und stirbt ab. Amorolfin löst den Nagel nicht auf. Der abgestorbene Pilz muss mit dem Nagel herauswachsen. Wird der Nagel geschnitten, dann ist er wieder gesund, weil der nachgewachsene Nagel nicht vom Pilz infiziert werden konnte.

Wie wird das Mittel angewendet?

Amorolfin Nagellack hat einen Wirkstoffgehalt von 5 Prozent. Der Nagellack wird nur einmal wöchentlich auf den erkrankten Nagel aufgetragen. Zuvor muss der Nagel mit einer Feile aufgeraut und mit Alkohol abgetupft werden. Nach einer Woche wird der Lack erneut aufgetragen. Reste des alten Nagellacks müssen zuvor entfernt werden. Die Behandlung muss solange erfolgen, bis der erkrankte Nagel herausgewachsen ist.

Bei Hautpilzinfektionen wird der Wirkstoff in einer Creme verwendet. Sie hat einen Wirkstoffgehalt von 0,25 Prozent. Die Creme wird täglich auf die erkrankten Stellen und etwas über die Ränder hinaus aufgetragen. Die Anwendung erfolgt abends.

Welche Nebenwirkungen wurden beobachtet?

Bei empfindlicher Haut können ein leichtes Brennen oder Juckreiz auftreten.

Wie sicher wirkt Amorolfin?

Anders als Ciclopirox oder Bifonazol kann Amorolfin auch in luftgefüllten Hohlräumen antimykotisch wirken. Es kann sich als racemisches Morpholinderivat gasförmig transferieren. Das ist von Vorteil, weil der Wirkstoff die luftgefüllten Hohlräume unter der Nagelplatte erreicht, wo sich die Pilzsporen gerne verbergen. Amorolfin kann stark fungizid wirken.

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