Antimykotische Therapie

Infektionen durch Pilze können medizinisch in der Regel gut behandelt werden. Zum Einsatz gegen die lästigen Erreger kommen Antimykotika, das sind spezielle und hochwirksame Antipilzmittel, die am oder im Körper auf verschiedene Weise wirken. Es gibt Antimykotika, die verhindern, dass Pilze sich vermehren und wachsen können, den Pilz aber nicht töten. Ihre Wirkung wird als fungistatisch bezeichnet. Andere Mittel wiederum töten mit ihren Stoffen die Pilze ab. Ihre Wirkungsweise nennt der Fachmann fungizid.

Breit oder schmal wirkende Mittel

Damit eine antimykotische Therapie gründlich wirkt, sollte klar sein, auf welchen Pilz sie zielt. Einfach ist die Bestimmung des Erregers nicht. Denn nur, wenn ein bestimmter Pilz oder eine Gruppe von Pilzen als Auslöser für eine Erkrankung feststehen, können diese auch punktuell durch die antimykotische Therapie behandelt werden. Wie groß die Vielfalt der Pilzerreger ist, die durch die Behandlung erfasst werden sollen, ist nicht in jedem Fall bekannt. Geht der Therapeut von einer großen Zahl ganz unterschiedlicher Pilzfamilien aus, setzt er ein Breitspektrum-Antimykotikum ein. Es wirkt dann gegen alle vermuteten Erreger gleich gut. Meist greift der Therapeut auf ein breit wirkendes Mittel für die antimykotische Therapie zurück, wenn er den Pilz nicht genau kennt und dennoch sicher gehen will, ihn zu treffen. Ein Schmalspektrum-Antimykotikum dagegen ist ein sehr spezielles Mittel. Es bekämpft nur eine oder ein paar wenige Pilzarten. Wird das Schmalspurmittel verwendet, dann weiß der Behandler meist ganz genau, welchen Erreger er treffen muss.

Äußere oder systemische Therapie

Unterschieden wird eine antimykotische Therapie auch danach, wie sie in den Körper gelangt. Im Prinzip geht das als äußere Anwendung oder als Anwendung von innen. Gezielt von außen auf die befallenen Stellen wirkt die so genannte topische Therapie, zum Beispiel mit einer antimykotischen Salbe. Sie wird lokal am Ort des Ereignisses angewendet. Nimmt der ganze Körper dagegen, quasi als System, die antimykotische Therapie in sich auf, spricht der Fachmann von der systemischen Therapie. Dabei werden die Antipilzmittel eingenommen oder gespritzt und gelangen so bis in den Blutkreislauf. Die Pilzerreger bekämpfen sie dann aus dem Innern des Körpers heraus.

Topisch wirkt gezielt

Für die antimykotische Therapie von außen eignen sich am wirksamsten verschiedene Trägerstoffe, wie Cremes, Tropfen oder Salben. Diese bringen den Wirkstoff direkt an die betroffenen Stellen oder Körperregionen. Lokal wirkende antimykotische Medikamente passen zum Beispiel zu einer Therapie von Fußpilz oder Nagelpilz. In der Regel stören die in den Medikamenten enthaltenen Wirkstoffe die Entwicklung der Zellmembran beim entsprechenden Pilz. Dabei bilden sie einen Baustoff nach, den der Pilz zu seinem Wachstum braucht. Bekommt der Erreger diesen Stoff, das so genannte Ergosterol, nicht, kann er auch seine Zellwand nicht mehr vollständig ausbilden. Er vermehrt sich nicht mehr und stirbt am Ende ab. Meist handelt es sich bei den Mitteln um Antimykotika mit einer Breitbandwirkung. Sie bekämpfen zusätzlich Schimmelpilze und schädigende Hefen, wirken entzündungshemmend und antibakteriell.

Eine antimykotische Therapie sollte gezielt und konsequent passieren. Erste Erfolge stellen sich in der Regel schnell ein. Wichtig ist, die antimykotische Therapie bis zum Ende durchzuführen. Der Pilz muss vollständig absterben und verschwinden. Wird die Behandlung zu früh beendet, besteht die Gefahr, dass der Erreger zurückkehrt.

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