Clotrimazol: Anwendung, Einsatzgebiete und mögliche Nebenwirkungen

Clotrimazol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Breitspektrum-Antimykotika und kommt zur äußerlichen Behandlung von Pilzinfektionen zur Anwendung. Die häufigsten Einsatzgebiete des in den 1960er-Jahren von der Bayer AG entwickelten Wirkstoffs sind Infektionen mit Fuß- oder Nagelpilz. Hier wird Clotrimazol meist in Form von Cremes oder Salben über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Lesen Sie nachfolgend, wie das Antimykotikum wirkt, wie Sie es richtig einsetzen und welche Nebenwirkungen auftreten können.

Wann kommt Clotrimazol zur Anwendung?

Clotrimazol kommt sowohl bei Pilzinfektionen der Haut als auch der Schleimhäute zum Einsatz. Als Breitspektrum-Antimykotikum wirkt der Arzneistoff gegen eine Reihe von Pilzarten, darunter Hefepilze (zum Beispiel Candida albicans), Dermatophyten (Fadenpilze) und Schimmelpilze (zum Beispiel Aspergillus fumigatus). Darüber hinaus hat Clotrimazol eine antibakterielle Wirkung, was den Einsatz gegen einige durch gram-positive Bakterien hervorgerufene Hauterkrankungen ermöglicht. Erfolgversprechend ist die Anwendung von Clotrimazol auch dann, wenn es sekundär zur Besiedelung des Hautpilzes durch Bakterien kommt.

Am häufigsten kommt der Arzneistoff zur Behandlung von Fuß-, Nagel- und Hautpilzerkrankungen zum Einsatz. Für die Behandlung von Fuß- und Hautpilzen steht Clotrimazol als Creme und Salbe, aber auch als Tinktur, Spray und (vorwiegend zur Nachbehandlung von Pilzinfektionen in Hautfalten) Puder bereit. In Form von Tabletten kommt Clotrimazol bei der Behandlung von Vaginalpilz zur Anwendung. Mehrere Studien konnten die gute Wirksamkeit von Clotrimazol belegen. Demzufolge sind – je nach Ursache – zwischen etwa 80 und 90 Prozent der Behandelten nach Anwendung des Arzneistoffs beschwerdefrei.

Wie wirkt Clotrimazol?

Der Wirkstoff Clotrimazol hemmt die sogenannte Ergosterolsynthese von Fuß- und Nagelpilzen. Das führt zu einer Schädigung der Zellmembran und hindert den Pilz daran, sein Wachstum fortzusetzen. In der Folge kommt es zunächst zu einem Stillstand des Wachstums und schließlich zum Absterben des Pilzes.

Wie wird Clotrimazol angewendet?

Halten Sie sich bei Anwendung des Arzneistoffs unbedingt an die Angaben im Beipackzettel oder an die Empfehlung Ihres behandelnden Arztes. Bei Fragen zur Dosierung können Sie sich auch vertrauensvoll an Ihren Apotheker wenden. Wenn nicht anders verordnet, wird Clotrimazol als Creme oder Salbe bei Fuß-, Nagel- und Hautpilzinfektionen wie folgt angewendet:

Tragen Sie Clotrimazol zwei bis drei Mal pro Tag dünn auf die betroffenen Stellen auf. Massieren Sie Creme oder Salbe vorsichtig ein, bis sie vollständig eingezogen ist. Die Behandlungsdauer richtet sich nach Art und Ausdehnung der Pilzinfektion. In der Regel reicht eine Behandlungsdauer von vier Wochen aus. Wichtig ist, dass Sie die Anwendung nicht unmittelbar nach dem Verschwinden der äußerlichen Symptome beenden, da der Pilz noch einige Zeit aktiv ist. Bei Fuß- und Nagelpilz sollten Sie die Behandlung deshalb nach dem Abklingen der Symptome für etwa zwei Wochen fortsetzen.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Clotrimazol nicht oder nicht schnell genug wirkt, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden. Eventuell ist eine Änderung der Dosierung notwendig. Halten Sie neben der Anwendung der Creme oder Salbe eine gründliche Hygiene ein. Waschen Sie Ihre Füße und Nägel regelmäßig mit einer sanften Seife und trocknen Sie sie anschließend gründlich ab.

Wichtig: Bevor Sie sich mit Clotrimazol selbst behandeln, sollten Sie die Diagnose Fuß- oder Nagelpilz durch einen Dermatologen stellen lassen. Nur er kann ausschließen, dass es sich um keine andere Erkrankung handelt, die möglicherweise andere Behandlungsmethoden erfordert.

Clotrimazol während der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft oder Stillzeit können Sie Clotrimazol zur Behandlung von Fuß- und/oder Nagelpilz anwenden. Dies sollte allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht und nach Möglichkeit nicht im ersten Trimester der Schwangerschaft geschehen. Anders verhält es sich, wenn Sie Clotrimazol zur Behandlung von Haut- oder Scheidenpilz einsetzen wollen. Hier ist sowohl während als auch unmittelbar nach der Schwangerschaft höchste Vorsicht geboten. Fragen Sie, bevor Sie mit der Behandlung mit dem Arzneistoff beginnen, unbedingt Ihren Arzt, ob er einer Behandlung zustimmt oder ein alternativer Wirkstoff infrage kommt.

Welche Nebenwirkungen hat Clotrimazol?

Wie bei allen Medikamenten kann es auch bei der Anwendung von Clotrimazol zu Nebenwirkungen kommen. Diese müssen jedoch nicht bei jeder Person auftreten und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In einigen Fällen haben Patienten berichtet, dass es bei der Anwendung von Clotrimazol an den behandelten Stellen zur vorübergehenden Hautrötungen mit Brennen und/oder Juckreiz gekommen ist. Diese Hauterscheinungen verschwinden jedoch in der Regel von selbst.

Wann sollten Sie Clotrimazol nicht anwenden?

Vorsicht ist geboten, wenn Sie eine bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Clotrimazol oder andere Wirkstoffe aus der Gruppe der Azol-Antimykotika haben.

 

Quellen:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2000/daz-23-2000/uid-6777
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0958259205000829
https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Azol-Antimykotika
https://www.chemie.de/lexikon/Clotrimazol.html

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