Was ist Diabetes mellitus?

Bei der umgangssprachlich als „Zucker“ benannten Krankheit handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung mit chronischem Verlauf. Diabetes mellitus geht Einher mit der Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Je nach Ursache unterscheidet die Medizin in Typ 1 und Typ 2. Mittlerweile wird noch ein Typ 3 sowie Schwangerschafts- und Kinder-Diabetes unterschieden.

Die chronische Stoffwechselerkrankung birgt für die Betroffenen ein erhöhtes Risiko, durch pathogene Keime, Pilze, Bakterien und andere eigentlich harmlose Infektionen, gesundheitsgefährdende Folgeschäden zu erleiden.

Das Risiko, an Onychomykose, zu Deutsch Nagelpilz, zu erkranken, ist bei einem Diabetiker dreimal so hoch, wie bei einem gesunden Menschen.

Warum gehören Diabetiker zur Risikogruppe für Nagelpilz?

Laut aktuellen Studien sind insgesamt 10 Millionen Menschen mit Nagelpilz infiziert. Unter den Diabetikern sind 20- 30 % von dem Befall betroffen. Die Bezeichnung als Risikogruppe begründet sich zum einen in der erhöhten Ansteckungsgefahr und zum anderen im Vorhandensein der Gefahr von gravierenden Folgeschäden.

  1. Erhöhte Ansteckungsgefahr durch Diabetes mellitus

Durch den hohen Blutzuckerspiegel kommt es langfristig zu Schädigungen in den Blutgefäßen. Dadurch treten Durchblutungsstörungen auf. In Bezug auf Onychomykose ist es wichtig, zu berücksichtigen, dass die Gefäße in den Nagelwurzeln ebenfalls geschädigt werden. Dies hat zur Folge, dass das dort gebildete Keratin als Hauptbaustein für Nägel, Haar und Haut, nur noch niedere Qualität aufweist.

Eine andere, unmittelbare Folge der chronischen Stoffwechselerkrankung ist die Schwächung des Immunsystems. Diabetiker sind demnach anfälliger, an ansteckenden Krankheiten und anderem zu erkranken. Und sie können diese oft nicht ausreichend selber bekämpfen.

Diabetes mellitus setzt die Wundheilung herab, so, das kleine, mechanische Verletzungen erst spät geschlossen werden. Dadurch stellen sie Eintrittspforten für Pilze, Keime und andere Erreger da.

  1. Wie kommt es zu einer Ansteckung mit Nagelpilz?

Nur durch die Anwesenheit von Dermatophyten, Hefen, Schimmelpilzen oder anderen kommt es nicht zu einer Ansteckung. Der Erreger muss an einer Stelle in die Haut, beziehungsweise den Nagel, eindringen.

Solche Eintrittspforten entstehen durch mechanische Verletzungen wie Blasen, Abschürfungen; durch Mikroläsionen, die zum Beispiel bei hoher Belastung wie Sport, Wandern, Arbeit entstehen, oder aber durch Vorerkrankungen.

Begünstigt wird die Ausbreitung von Pilzen durch warmes, feuchtes Klima, altersbedingt dünnere Haut und ein beeinträchtigtes Immunsystem.

  1. Neuropathie: Diabetiker sind besonders gefährdet

Durch den hohen Blutzuckerspiegel und der damit einhergehenden, schlechteren Durchblutung, kommt es zu Schädigung an den Nerven. Das heißt, Empfindungen können nicht mehr wahrgenommen werden. Symptome wie Juckreiz oder Schmerzen durch offene Stellen fallen den Betroffenen von Diabetes mellitus nicht auf. So sind Diabetiker darauf angewiesen, durch Sichtkontrolle die Gesundheit ihrer Füße festzustellen.

Ein Nagelpilz ist meist am Nagelrand beginnend; eine wandernde Verfärbung ins Braun-gelbliche, beziehungsweise eine Trübung. Es kommt dann zu einer Wölbung des Nagels, weil der Nagel unregelmäßig wächst. Vor allem Fadenpilze beschädigen, besser verzehren das wachstumsrelevante Keratin. Später bröckelt der Nagel und fällt ab. Das frei liegende Nagelbett kann sich entzünden und der Pilz kann auf andere Nägel und Haut desselben Organismus übergehen. Gleichzeitig stellt er über eine Kontaktinfektion eine Gefahr für andere dar.

  1. Da an Diabetes mellitus Erkrankte häufig zusätzlich unter eingeschränkter Sehkraft und beeinträchtigter Beweglichkeit leiden, ist eine regelmäßige Kontrolle bei einem Arzt oder Podologen unerlässlich, um einen Pilzbefall frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Es gibt spezielle Wirkstoffe, die bei Diabetikern erfolgreich getestet wurden. Außerdem kann eine mögliche Wechselwirkung mit Diabetes-Medikamenten abgeklärt werden.

Folgeschäden vermeiden, Leben retten

Für Diabetiker sind Vorbeugen und Früherkennung lebensrettend. Kleine Wunden können unbehandelt und vor allem unerkannt zur Bildung von Geschwüren führen. Dieser Krankheitsverlauf ist ein Parameter des sogenannten Diabetiker-Fußes. Langfristig können Gewebe und Knochen in Mitleidenschaft gezogen werden.

In besonders dramatischen Fällen droht eine Blutvergiftung. Oft ist die einzig lebenserhaltende Maßnahme eine Amputation.

Tatsächlich handelt es sich in 70 % die Amputationseingriffe in Deutschland um Patienten mit Diabetes mellitus.