Econazol

Bei Econazol handelt es sich um einen antimykotischen Wirkstoff, also eine Substanz, die das Wachstum und die Vermehrung von Pilzen hemmt und damit zur äußerlichen Behandlung von Hautpilzerkrankungen, Scheidenpilz und Hefepilzinfektionen des Penis zum Einsatz kommt. Der Wirkstoff Econazol zählt zu der Gruppe der Azol-Antimykotika, deren Wirkung durch die Hemmung eines bestimmten Enzyms gekennzeichnet ist (Lanosterol-14?-Demethylase). Der Wirkstoff Econazol wurde in den 1950er Jahren pharmakologisch erforscht und zur Behandlung von Pilzinfektionen eingeführt.

Anwendung

Zu den klassischen Anwendungsgebieten von Azol-Antimykotika zählen die Behandlung von Fuß- und Nagelpilz, Hautpilzinfektionen sowie Scheidenpilz und systemische Pilzinfektionen. Der Wirkstoff Econazol ist in mehreren Applikationsformen vorhanden und kann als Creme oder als Lotion lokal auf die Haut aufgetragen oder als Vaginalzäpfchen im Genitalbereich verabreicht werden. Wird Econazol als Creme verabreicht, beträgt die typische Behandlungsdauer in etwa 2 bis 4 Wochen. Je nach Schwere der Infektion und betroffener Hautpartie kann die Dauer der Behandlung unterschiedlich sein. Wichtig ist, dass die Behandlung um mehrere Tage fortgeführt wird, auch wenn bereits eine Besserung der Symptome eingetreten ist, um einen erneuten Ausbruch der Infektion zu verhindern. Wird die Behandlung zu früh beendet, besteht die Gefahr, dass es zu einer erneuten Ausbreitung der Infektion kommt.

Wirkung

Der Wirkstoff Econazol ist antimykotisch gegenüber Pilzen und grampositiven Bakterien. Für das Wachstum und die Synthese benötigen Pilze das sogenannte Ergosterol. Ergosterol ist für Zellen ein lebensnotwendiger Bestandteil, der sich in den Zellmembranen befindet. Dieser wird durch die Gabe von Econazol-haltigen Wirkstoffen reduziert. Es kommt somit zu einer Hemmung des Enzyms Lanosterol-14?-Demethylase, in dessen Folge es zu einer Verringerung und Eindämmung der Pilzinfektion kommt.

Indikation

Die Indikation von Econazol ist gegeben, wenn eine Infektion mit Hefen, Schimmelpilzen oder Fadenpilzen vorliegt. Da Econazol weiterhin antibakteriell ist, kommt es zur Behandlung von Misch- und Sekundärinfektionen (grampositiven Bakterien) zum Einsatz. Typischerweise wird Econazol zur Behandlung von Fuß- und Nagelpilz sowie bei Pilzinfektionen der Geschlechtsorgane im Genitalbereich angewendet. Ein weiteres mögliches Anwendungsgebiet ist die Behandlung von Mundsoor, einer Infektion des Mund-Rachenraums.

Kontraindikation

Eine Anwendung von Econazol ist während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Allergien und schweren Lebererkrankungen nicht empfehlenswert. Darüber hinaus ist von der Behandlung abzuraten, wenn eine Überempfindlichkeit gegen Econazol vorliegt. Des Weiteren bedarf die Anwendung von Econazol bei Kindern unter 2 Jahren einer strengen Indikationsstellung. Der Kontakt zu den Augen sollte in jedem Fall vermieden werden.

Hinweise und Nebenwirkungen

Die Behandlung von Pilzinfektionen mit Econazol kann unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Als häufigste Nebenwirkung kann es zu einer Überempfindlichkeit der Haut kommen, in deren Folge lokale Hautirritationen und Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut auftreten können. Kommt es zu einer Überempfindlichkeit der Haut, können Symptome wie Juckreiz, ein Brennen der Haut und Schmerzen die Folge sein. Weiterhin kann es in Folge einer Behandlung mit Econazol zu temporären Kopfschmerzen sowie erhöhten Leberwerten kommen. Als weitere mögliche unerwünschte Nebenwirkungen können Magen-Darm-Beschwerden wie dauerhafte oder wiederkehrende Schmerzen bzw. Beschwerden im Oberbauch auftreten (Reizmagen). Insbesondere bei einer systemischen Anwendung besteht die Gefahr, dass es bei Einnahme weiterer Medikamente zu Wechselwirkungen kommt. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass sich Resistenzen bilden, die eine Behandlung gegen Pilzinfektionen unwirksam machen. Besteht eine Scheidenpilzinfektion, sollte der Sexualpartner parallel behandelt werden, um eine wechselseitige Infektion zu verhindern.

 

Quellen:

Pschyrembel Klinisches Wörterbuch (2017). 267., neu bearbeitete Auflage, Walter de Gruyter GmbH, Berlin/ Boston
Heel, R.C., Brogden, R.N., Speight, T.M. et al. Drugs (1978) 16: 177. https://doi.org/10.2165/00003495-197816030-00001
Raab W. (1978) Econazol. In: Mykosebehandlung mit Imidazolderivaten. Kliniktaschenbücher. Springer, Berlin, Heidelberg DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-642-66980-4_3
Pharmawiki Online (2019) https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=econazol
Preusser, H. (1975), Die Wirkung von Econazol auf die Feinstruktur der Zellen von Trichophyton rubrum. Mycoses, 18: 453-465. doi:10.1111/j.1439-0507.1975.tb03528.x
https://www.wirkstoffprofile.de/online/wsp.php?name=Econazol

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