Hefepilz

Wenn Sie an Hefepilz denken, denken Sie wahrscheinlich nicht in erster Linie an einen krankmachenden Pilz, sondern vielmehr an die positiven Eigenschaften der Hefe bei der Nahrungszubereitung, oder Hefen für die Gärung von Bier und Wein. Hefepilz kommt aber auch auf natürliche Weise im Darm, Mund oder der Hautoberfläche vor ohne krank zu machen – solange er nicht überhandnimmt. Ein Hefepilz braucht zur Sprossung (Vermehrung) genügend Feuchtigkeit bei warmen Temperaturen und Nahrung in Form von Kohlehydraten oder Zucker.

Die Pilze haben im menschlichen Körper keine Chance sich krankmachend zu vermehren, wenn nicht bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Ändert sich z.B. das bakterielle Milieu der Haut, den Schleimhäuten, oder ist der Mensch durch eine Krankheit geschwächt, kommt es leichter zu einer Ausbreitung der Pilzerreger. Die meisten Menschen leben mit dem Pilz ohne ihn zu bemerken. Erst, wenn er sich übermäßig vermehrt kann er äußerst plagende Symptome hervorrufen. Lassen Sie den Pilzbefall dann jedoch unbehandelt kommt es im späteren Verlauf mitunter zu Muskelschmerzen, Gelenkentzündungen, Ekzemen, bis hin zu Depressionen. Auch eine Fußpilzerkrankung sollten Sie nicht verharmlosen, da der Erreger auch in das Nagelbett und in die Nägel einwandert. Um eine wirksame Therapie zu veranlassen muss vorher unbedingt die richtige Diagnose gestellt werden, darum ist der Gang zum Arzt unbedingt empfehlenswert.

Pilzerkrankungen sind sehr unangenehm und meist langwierig zu behandeln. Haben sie sich erst einmal angesiedelt, bilden sie ihr eigenes Milieu um fortzubestehen und sich zu vermehren. Die betroffenen Stellen jucken oder brennen. Es zeigen sich Rötungen, Schwellungen, Pusteln, oder die Haut schuppt sich. Bei einem krankhaften Pilzbefall spricht man von einer Mykose, die mit einem Antimykotikum (Arzneimittel gegen Pilzbefall) behandelt werden kann. Das Medikament lähmt den Pilz oder tötet ihn ab. Eine grundsätzliche Voraussetzung für eine Pilzerkrankung ist ein geschwächtes Immunsystem. Auch Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder HIV/AIDS schwächen die körpereigene Abwehr. Eine vorausgegangene Behandlung mit Antibiotika kann die Infektionsgefahr genauso erhöhen wie eine Chemotherapie die das körpereigene Abwehrsystem belastet. Babys und Kleinkinder haben häufiger Mundsoor (orale Pilzinfektion) da ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist, ältere Menschen, oder Träger von Zahnprothesen. Vom Rachenraum kann sich der Erreger bis in den Magen-Darm-Trakt ausbreiten.

Der Hefepilz ist in seinen Eigenschaften durchaus zwiespältig zu betrachten. Er ist auf der einen Seite zur Herstellung von Nahrungsmitteln unverzichtbar, auf der anderen Seite kann er auch zerstörerisch wirken. Mit einer gesunden Lebensweise leisten Sie jedoch einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Hefepilzerkrankungen. Ein Schritt dazu, auch wenn eine Pilzerkrankung bereits besteht, ist die Umstellung der Ernährung. Denn zu viel Zucker- und Kohlehydratkonsum ernähren den Hefepilz. Kommt dann noch das feuchte und warme Milieu zwischen Hautfalten, unter den Achseln oder auf Schleimhäuten hinzu, hat er die besten Voraussetzungen um zu wachsen und sich auszubreiten. Hygiene ist wichtig, aber übermäßiges Waschen (gerade bei Frauen im Genitalbereich) mit aggressiven Mitteln, zerstört die natürliche Abwehrfunktion der Flora von Schleimhäuten und der „normalen“ Körperhaut.