Itraconazol

Itraconazol wird bei Pilzerkrankungen als Kapsel, Tablette (oral) oder Infusion verordnet. Es zählt zu den Azolen und speziell zu den Triazol-Antimykotika. Das Medikament wirkt gegen Fadenpilze (Dermatophyten), Hefen (Candida) und Schimmelpilze. Gegen die Pilze Fusarium spp., Scedosporium, Scopulatriopsis spp. und Zygomycota ist das Fungizid unwirksam. Das Pilzmedikament ist wegen seiner Nebenwirkungen verschreibungspflichtig.

Wie wirkt Itraconazol?

Itraconazol hemmt das Wachstum (fungastatisch) von Pilzen. Es ist pilztötend (fungizid). Es reduziert die Ergosterol-Synthese. Ergosterol kommt in der Zellmembran von Pilzen vor und ist für den Stoffwechsel (Biosynthese) der Pilze verantwortlich. Der Pilz verhungert und stirbt ab.

Wann kommt Itraconazol zum Einsatz?

Das Mittel wird angewendet, wenn eine Behandlung mit anderen Mitteln keinen Erfolg bringt. Es wird eingesetzt, wenn sich die Pilze über den Blutkreislauf ausbreiten, bei Pilzen in der Vagina und an den Nägeln, eingesetzt. Typische Anwendungsgebiete sind Nagelpilz (Omychomykose), Soor, AIDS, als Vorbeugung bei Knochenmarktransplantationen und bei einer Einnahme von Immunsuppressiva.

Vorteile von Itraconazol

Gegenüber älteren Präparaten kann sich der Wirkstoff durch eine längere Wirkungsdauer auszeichnen. Die leberschädigenden Nebenwirkungen sind geringer. Die Resorption erfolgt über den Darm. Die Halbwertszeit liegt bei 15 Stunden (100 Milligramm) und bei 25 Stunden (400 Milligramm). Der maximale Plasmaspiegel wird zwei bis fünf Stunden nach einer Einnahme erreicht. Der Wirkstoff reichert sich nach mehrmaliger Gabe im Körper an und wird über den Urin und den Stuhlgang ausgeschieden.

Nachteile von Itraconazol

Die Leber kann auf das Medikament mit Hepatitis, Erbrechen, Erschöpfung, Bauchschmerzen oder dunkel gefärbten Urin reagieren. Bei Niereninsuffizienz, einer Leberschädigung und einer übermäßigen Säureproduktion des Magens sollte von einer Einnahme abgesehen werden oder die Einnahme darf nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden. Es können Kopfschmerzen, Blähungen, eine Infektion der Atemwege und Hautauschlag auftreten. Selten treten Missempfindungen, eine Veränderung des Blutbildes, Ohrensausen, ein Lungenödem oder Erektions– und Menstruationsstörungen und Muskel- und Gelenkschmerzen auf. In der Schwangerschaft und in der Stillzeit darf das Medikament nicht eingenommen werden. Bei Kindern und 12 Jahren und bei Senioren über 65 Jahre sollte auf eine Einnahme verzichtet oder nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden.

Medikamente wie Phenytoin, Rifampicin und Rifabutin schwächen die Wirkung des Antimykotikums ab. Clarithromycin, Erytromycin, Indinavir und Ritonavir können die Wirkung verstärken. Mit Astemizol, Chinidin, Cisaprid, Dofetilid, Lovastin, Midazolam, Mizolastin, Pimozid, Simvatatin und Terfenadin darf das Mittel nicht gemeinsam eingenommen werden.

Wie erfolgt die Behandlung?

Bei Nagelpilz wird zweimal täglich eine Kapsel Itraconazol nach den Mahlzeiten ohne Unterbrechung oder intervallmäßig mit einer Woche Einnahme und zwei Wochen Pause eingenommen. Bei anderen Pilzen reicht eine einmalige Einnahme pro Tag aus. Die richtige Dosis legt der behandelnde Arzt fest. Die Anwendungsdauer bei Nagelpilz beträgt zwei bis drei Wochen. Bei Pilzinfektionen der Scheide ist ein Tag ausreichend. Hautpilz und Soor verlangen eine Einnahme über zwei Wochen. Bei inneren Pilzinfektionen ist eine Behandlungsdauer zwischen zwei und acht Monaten notwendig.

Suchbegriff eingeben und Enter drücken