Keratolytika – Hornlösende Wirkstoffe

Der Begriff Keratolytika bezeichnet eine chemisch inhomogene Gruppe von leicht ätzenden Wirkstoffen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie die Verbindungen zwischen den einzelnen Hornhautzellen auflösen, also hornlösend oder keratolytisch sind. Der Name leitet sich von der in der Haut enthaltenen Substanz Keratin ab. Die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe sind Salicylsäure und Harnstoff, allerdings zählen auch die verschiedensten Retinoide, Azelainsäure, Benzoylperoxid, Allantoin, Resorcin, Selendisulfid sowie Alpha-Hydroxy-Säuren wie Milchsäure, Mandelsäure und Glycolsäure zu den Keratolytika.

Anwendungsbereich

In erster Linie werden diese hornlösenden Mittel bei sogenannten Hyperkeratosen angewendet, die sich als krankhafte Verhornungsstörungen äußern. Doch auch zur Behandlung von anderen Hautkrankheiten wie Akne, Schorf, Hühneraugen, Warzen, Schuppen oder Schwielen sind Keratolytika geeignet. Auch gegen Schuppenflechte und Ichthyose werden keratolytische Stoffe eingesetzt. Da sie das Eindringen in die Haut erleichtern, finden sie in geringer Dosierung auch in Salben oder Kosmetika Verwendung.

Ursachen von Hyperkeratose

Die normale Entwicklungszeit einer Hautzelle beträgt 28 Tage. In dieser Zeit wandert die Zelle von den tiefen Hautschichten in die Epidermis, während sich die Zellwände immer weiter verdicken, bis sie schließlich abstirbt. Die Ursache für die verschiedenen Formen der Hyperkeratose liegt vor allem darin, dass bestimmte Krankheiten die gewöhnliche Lebensspanne der Hautzellen deutlich verkürzen. Dadurch wird eine übermäßige Produktion von Zellen angeregt, was schließlich zur Verhornung der betroffenen Stelle führt. Auch Krankheiten, die das Abtragen der toten Hornschichten verhindern, können zu Hyperkeratose führen.

Behandlung mit Keratolytika

Die Behandlung mit Keratolytika erfolgt je nach angewendetem Mittel unterschiedlich. Harnstoff, der die Neubildung von Hautzellen vermindert und Wasser in der Hornschicht bildet, kann in unterschiedlicher Konzentration gegen verschiedenste Beschwerden eingesetzt werden. Bei Nagelpilz haben Cremes und Lösungen mit einer Urea-Konzentration von 40% eine heilende Wirkung, da sie den verpilzten Nagel auflösen. Gegen trockene oder spröde Haut, Ekzeme, Ichthyosis oder Neurodermitis findet Harnstoff in fünf- bis zehnprozentiger Konzentration Verwendung. Salicylsäure eignet sich besonders gut zur Ablösung der Hornhaut bei schuppendem Ausschlag oder Verdickung der Hornschicht. Sowohl Urea als auch Salicylsäure können in niedriger Konzentration auch im Anfangsstadium von Schuppenflechte, Akne und Rosazea eingesetzt werden. Zur systemischen Anwendung sind nur die beiden Retinoide Acitretin und Isotretinoin geeignet.

Hinweise / Nebenwirkungen

Da Keratolytika leicht ätzend sind, ist beim Umgang mit ihnen darauf zu achten, den Kontakt mit Augen und Schleimhäuten streng zu vermeiden. In der Schwangerschaft oder bei schweren Leber- und Nierenschäden ist von einer Behandlung (insbesondere mit Salicylsäure) abzuraten, um der Gefahr einer möglichen Aufnahme des Stoffs in den Körper vorzubeugen.

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