Miconazol: Anwendung und Wirkung

Miconazol ist ein Antimykotikum aus der Gruppe der Imidazole, das gegen verschiedene Pilzerkrankungen zum Einsatz kommt. Es kann äußerlich (als Lotion, Creme oder Puder) zum Auftragen auf die Haut oder innerlich (als Mundgel oder Vaginalzäpfchen) angewendet werden. Im Nachfolgenden erfahren Sie, gegen welche Pilzinfektionen Miconazol wirkt, wie es anzuwenden ist und für wen es geeignet ist.

Anwendungsbereiche von Miconazol

Miconazol gehört zur Gruppe der Azol-Antimykotika und ist gegen nahezu alle Hautpilze wirksam, die beim Menschen auftreten. Dazu gehören sowohl äußerliche Pilzinfektionen der Haut einschließlich Fuß- und Nagelpilz, als auch Pilzerkrankungen im Mund-Rachen-Raum und Magen-Darm-Trakt. Auch gegen Trichomonaden und einige grampositive Bakterien (zum Beispiel Staphylokokken und Streptokokken) ist das Antimykotikum wirksam.

Wirkung von Miconazol

Die Wirkung von Miconazol ist gegenüber vielen Pilzarten gleich, aber dosisabhängig. In niedriger Konzentration stört das Mittel einige Stoffwechselprozesse der Pilze, indem es die Zellwand der Pilze verdickt und Nährstoffe nicht mehr hindurch gelangen können. Dadurch wird das Wachstum der Pilze gehemmt. In höherer Konzentration heftet sich Miconazol selbst in die Zellwand von Pilzen (und einigen Bakterien) und verursacht auf diese Weise Löcher in der Zellwand. Durch sie gelangt das Zellinnere nach außen und die Zelle stirbt ab.

Die richtige Anwendung

Wie Miconazol anzuwenden ist, hängt von der Art der Pilzinfektion und der Darreichungsform des Wirkstoffs ab. Bei Fuß- und Nagelpilz empfiehlt es sich, die Salbe oder Creme ein bis zwei Mal täglich dünn auf die betroffenen Hautstellen aufzutragen. Achten Sie darauf, dass die Füße trocken sind, besonders in den Zehenzwischenräumen. Wiederholen Sie diese Behandlung über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen, besser 4 Wochen. Beenden Sie die Behandlung nicht sofort, wenn Sie die Infektion nicht mehr sehen. Pilzsporen sind auch dann noch aktiv, wenn sie nicht sichtbar sind. Deshalb ist es ratsam, die Behandlung nach dem Verschwinden des sichtbaren Pilzbefalls noch mindestens 2 Wochen lang fortzusetzen.

Um während der Behandlung eine erneute Infektion zu verhindern, ist es darüber hinaus notwendig, Schuhe und Strümpfe gründlich zu säubern und zu desinfizieren, sodass darin keine Pilzsporen mehr vorhanden sind.

Mögliche Nebenwirkungen

Insgesamt gilt Miconazol als sehr gut verträglich. Bei der äußeren Anwendung auf Haut und Nägeln kommt es kaum zu unerwünschten Nebenwirkungen. Nur selten berichten Patienten von Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich in einem brennenden oder juckenden Gefühl auf der Haut und/oder Hautrötungen bemerkbar machen können. Sollten bei Ihnen jedoch während der Behandlung mit Miconazol Beschwerden auftreten, kontaktieren Sie Ihren Arzt.

Achtung!

Wenn Sie an einer Azol-Überempfindlichkeit leiden oder eine Lebererkrankung haben, ist Miconazol für Sie nicht geeignet. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, er kann Ihnen alternative Wirkstoffe nennen, die Sie unbesorgt einnehmen bzw. anwenden können. Auch wenn sich an den betroffenen Stellen nässende Ekzeme oder offene Wunden gebildet haben, darf Miconazol nicht angewendet werden.

Es gibt keine Hinweise auf Komplikationen durch die äußere Anwendung von Miconazol während der Schwangerschaft und Stillzeit. Demnach kann das Mittel als Creme oder Salbe auch in dieser Zeit angewendet werden. Stillende Frauen sollten jedoch auf eine Anwendung im Brustbereich verzichten, damit der Säugling nicht in direkten Kontakt mit dem Mittel kommt.

Grundsätzlich gilt: Achten Sie auf die jeweiligen konkreten Anwendungsbereiche! Salben und Cremes mit Miconazol, die bei Fuß- und Nagelpilz zum Einsatz kommen, dürfen auf keinen Fall für die Behandlung von Genital-, Mund- oder Magen-Darm-Schleimhäuten eingesetzt werden.

 

 

Quellen:

https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Miconazol_869
https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=miconazol
https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/miconazol-7371
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1439-0507.1972.tb01341.x
https://www.test.de/medikamente/wirkstoff/antimykotikum-bifonazol-clotrimazol-econazol-ketoconazol-miconazol-und-sertaconazol-aeusserlich-w903/
https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/miconazol/

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