Schimmelpilz

Bei einem sogenannten Nagelpilz (Onychomykose oder Tinea unguium) handelt es sich um eine, in Deutschland häufig vorkommende, Infektion der Finger- und Fußnägel, ausgelöst durch verschiedene Pilzerreger. Verursacher dieser Krankheit kann in seltenen Fällen ein Hefe- oder Schimmelpilz sein. Diese Art der Pilzinfektion gilt als sehr aggressiv. Die Sporen dringen durch den Nagelrücken ein, befallen die Nagelwurzel und mindern das Wachstum des Nagels. Bei den verantwortlichen Schimmelpilzen wird zwischen zwei Gattungen unterschieden, dem Chaetomium und dem Acremonium. Die Infektion durch einen Schimmelpilz ist eher selten und macht etwa 3-5 Prozent aller infektionsfälle der Nägel aus.

Schimmelpilz der Gattung Chaetomium

Chaetomium wird den Dematiacea (Schwärzepilze) zugerechnet, da die Pilzfäden mit schwarz-braunen Pigmenten gefärbt ist. Die Sporen des Schimmelpilzes bilden eine schnell wachsende Kolonie. Oftmalig siedelt sich Chaetomium auf Cellulose, also Papier oder Produkte daraus an, in Kombination mit Feuchtigkeit. In Häusern, durch einen Wasserschaden ausgelöst, findet sich dieser Schimmelpilz auf Tapeten oder Büchern. Arten von Chaetomium können für Infektionen beim Mensch verantwortlich sein. Neben dem Befall von Nägel oder Haut, kann es auch zu einer Infektion innerer Organe kommen. Außerdem zählt Chaetomium zu einem Auslöser von Allergien.

Schimmelpilz der Gattung Acremonium

Acremonium kommt in Innenräumen vor, im Besonderen nach Eintritt von Feuchtigkeit. Dieser Schimmelpilz findet sich häufig am Boden und löst allergische Reaktionen beim Mensch aus. Acremonium ist neben Tapeten und Papier, auch auf Kunststoffen, Holz und diversen Baustoffen zu finden. Bei immungeschwächten Menschen kann dieser Schimmelpilz unter anderem die Nägel befallen.

Bestimmung der auslösenden Erreger

Leiden Sie unter immer wiederkehrenden Symptomen, trotz Anwendung der Standardtherapie, muss ermittelt werden welche Pilzart der Auslöser ist. Um eine wirksame Therapie anwenden zu können, sollte unbedingt der Erreger exakt bestimmt werden. Dafür muss entnommenes Material in einer Kultur gezüchtet werden und verbleibt etwa drei Wochen im Labor. Präziser und schneller kann der Nachweis durch eine molekulare Diagnostik durchgeführt werden. Mit der Polymerase Kettenreaktion können die Erreger eindeutig zugeordnet werden, sinnvoll auch bei Mischinfektionen durch verschiedene Auslöser. Hierbei genügen sogar abgestorbene Erreger zur Untersuchung. Allerdings ist diese Methode sehr teuer und wird daher selten angewandt.

Folgen einer Infektion der Nägel

Die Pilzsporen ernähren sich von dem im Nagel enthaltenen Kreatin und finden sich im gesamten Nagelbereich wieder.

Erfolgt keine Therapie, kann sich die Nagelplatte verformen und der Nagel einwachsen. Eine Nagelhautentzündung kann entstehen und weiter die Haut befallen. Außerdem geht die akute Erkrankung in eine chronische über.

Menschen mit schwachem Immunsystem sind anfällig für eine Infektion mit einem Schimmelpilz

In den letzten Jahren haben die Fälle der Infektionen durch Schimmelpilze zugenommen. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können betroffen sein. Das sind beispielsweise Personen nach einer Bluterkrankung, einer schweren Operation, so wie einer Transplantation, bei AIDS oder nach Einnahme immunschwächender Medikamente. Im Besonderen sind ältere Menschen betroffen ab dem sechzigsten Lebensjahr.

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