Terbinafin bei Nagelpilz

Terbinafin ist ein Wirkstoff, der in der Behandlung von Nagelpilz, sowie bei Vorliegen einer Hautpilzerkrankung lokal (als Salbe) oder systemisch – d.h. in Tablettenform – angewandt wird. Eine systemische Anwendung ist bei Nagelpilz erst angebracht, wenn man alle anderen örtlichen Behandlungsformen bereits ausgetestet hat und sollte immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen, der vorab klären muss, ob eine Einnahme wirklich nötig und zu empfehlen ist. Dabei ist zu bedenken, dass das Risiko von Nebenwirkungen selbstverständlich bei Tabletten immer größer ist, als bei einer örtlichen Anwendung.

Terbinafin als Breitband-Antimykotikum

Bei dem antimykotischen Wirkstoff Terbinafin handelt es sich um ein sogenanntes Breitband-Antimykotikum, also einen Wirkstoff, der verschiedene Subtypen einer Pilzart durch Hemmung bestimmter Wachstumsenzyme an in ihrer Ausbreitung hindern. Terbinafin ist das Mittel der Wahl wenn es sich bei dem Fuß- oder Hautpilz um die Sorte „Trichophyton rubrum“ handelt, was im Zweifel natürlich durch einen Arzt exakt nachgewiesen werden muss. Es gibt nämlich weitere Präparate, die zusätzlich gegen weitere Pilzformen angewandt werden können und die daher insbesondere dann an Stelle von Terbinafin eingesetzt werden müssen, wenn die Erkrankung durch weitere Erreger, wie beispielsweise Hefepilze hervorgerufen wird oder wenn ein Mehrfachbefall vorliegt. Zu nennen sind hier beispielsweise die Wirkstoffe Fluconazol und Itraconazol, von denen insbesondere das letztere gegen ein überaus breites Spektrum von Pilzformen eingesetzt werden kann.

Lokale vs. systemische Behandlung

Bei Nagelpilzerkrankungen, die überhaupt nicht mehr auf eine lokale Behandlung ansprechen ist eine systemische Behandlung nach einer eingehenden Diagnostik indiziert. In diesem Fall wird der behandelnde Arzt Probenmaterial der befallenen Nägel entnehmen, die unter dem Mikroskop untersucht werden müssen, um in einer Differentialdiagnostik andere Ursachen, die eine ähnliche Problematik hervorrufen eindeutig ausschließen zu können. Wenn der Arzt, beziehungsweise das Labor, eindeutig einen Pilz als Ursache nachweisen können, verwenden sie das Probenmaterial um eine Pilzkultur anzulegen. Erst durch die Sichtung der entsprechenden Pilzkultur kann man feststellen, welcher Pilztyp der Symptomatik zugrunde liegt und ob die Behandlung mit Terbinafin tatsächlich das Mittel der Wahl ist. Die innerliche Anwendung des Antimykotikums Terbinafin ist vor allem in jenen Fällen überaus sinnvoll, in denen große Bereiche eines Nagels oder auch mehrere Nägel befallen sind und in denen die üblicherweise lokal eingesetzten Antimykotika wenig Hilfe bringen. Grundsätzlich muss auch betont werden, dass Nagelpilz eine äußerst langwierige Behandlung erfordert und eine lokale Behandlung durchaus mehrere Monate dauern kann. Auch die Einnahme von Terbinafin erfolgt üblicherweise über einen Zeitraum von mehreren Wochen.

Fazit

Auch wenn Präparate mit Terbinafin zumindest für eine äußerliche Behandlung rezeptfrei zu erhalten sind, ist ganz grundsätzlich von einer Selbstdiagnostik eher abzuraten und es wird empfohlen, den Allgemeinarzt oder den Hautarzt aufzusuchen, wenn der Verdacht auf eine Nagelpilzerkrankung besteht. Nur so ist es möglich andere potenzielle Ursachen der bestehenden Beschwerden auszuschließen und die Erkrankung auch wirklich dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Suchbegriff eingeben und Enter drücken