Nagelpilz Hausmittel – Mit Essig, Öl und Co. gegen den Pilz?

Oft verzichten Patienten bei der Behandlung von Krankheiten auf Medikamente aus der Apotheke und greifen stattdessen auf Hausmittel zurück. Auch im Falle einer Nagelpilzinfektion schwören viele auf die rezeptfreien Mittel aus dem eigenen Küchenschrank. Doch wie effektiv sind Hausmittel bei der Behandlung von Nagelpilz? Welche Vor- und Nachteile ergeben sich bei der Behandlung? Was muss ich bei der Anwendung beachten? Lesen Sie mehr über Nagelpilz Hausmittel und ihre Anwendung.

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Diese Hausmittel können bei Nagelpilz helfen

Nagelpilz-Hausmittel zeichnen sich durch ihre freie Zugänglichkeit sowie ihre kostengünstige und – je nach Anwendungsweise – gute Verträglichkeit aus, ihre Wirkung ist wissenschaftlich allerdings selten nachweisbar. Die meisten Nagelpilz-Hausmittel können schnell und unkompliziert angewandt werden. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die klassischen Hausmittel bei Nagelpilz.

Teebaum-, Lavendel-, und Manukaöl

Aufgrund ihrer generellen antimykotischen und antibakteriellen Wirkung scheinen einige ätherische Öle für die Behandlung von Nagelpilz besonders geeignet. Bewährt haben sich im Rahmen der Nagelpilztherapie vor allem Manuka-, Teebaum– und Lavendelöl. Sie sind im Allgemeinen gut verträglich und haben keinerlei Nebenwirkungen. Allerdings konnte ihre Wirkung bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Das neuseeländische Manuka-Öl wird aus den Blättern der Südseemyrte gewonnen und soll den Nagel pflegen. Es kann unverdünnt auf den Nagel aufgetragen werden, am besten mit einem Wattebausch. Es wird empfohlen, die Ölbehandlung zwei bis dreimal täglich und über einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen zu wiederholen. Die Anwendung von Teebaum- und Lavendelöl ist ähnlich unkompliziert:

  • Auch diese Öle können unverdünnt angewandt werden.
  • Mit einem Wattepad oder einem sauberen Tuch, die mit Lavendel- oder Teebaumöl getränkt sind, werden die von Pilz betroffenen Stellen abgetupft. Diese Behandlung sollte etwa dreimal täglich über einen Zeitraum von maximal zwei Wochen durchgeführt werden.
  • Bei hartnäckigem Nagel- und Fußpilz kann alternativ auch der gesamte Fuß mit den Ölen abgerieben werden.
  • Die Anwendung von Teebaum- und Lavendelöl kann auch kombiniert erfolgen. Dazu wird jeweils ein halber Teelöffel beider Öle auf den verwendeten Wattebausch gegeben.

Vorteile:

  • gute Verträglichkeit
  • entzündungshemmende/antibakterielle Wirkung
  • einfache Anwendung
  • Keine Nebenwirkungen

Nachteile:

  • Die Wirkung ist bei Nagelpilz umstritten
  • Der Preis (Manukaöl ist teuer)

Oregano- und Olivenöl

Auch purem Olivenöl wird eine pilzhemmende Wirkung nachgesagt. Verstärkt wird diese durch die Anreicherung des Öls mit Sauerstoff, die so genannte Ozonisierung. Ozonisiertes Olivenöl ist in Apotheken erhältlich. Olivenöl wir zur Behandlung in Nägel und Haut einmassiert. Die Behandlung sollte dabei regelmäßig erfolgen und zwei- bis dreimal täglich wiederholt werden. Alternativ kann das Olivenöl auch mit dem noch stärkeren Oregano-Öl kombiniert werden. Das Oregano-Öl wird dabei mit dem Olivenöl verdünnt, da Oregano-Öl, wenn es pur aufgetragen wird, schnell zu Reizungen oder gar Schmerzen führen kann.

Vorteile:

  • einfache Anwendung

Nachteile:

  • unverdünntes Oregano-Öl reizt die Haut
  • ozonisiertes Olivenöl ist teuer

Knoblauch

Knoblauch werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben. Unter anderem gilt er als wirksam im Kampf gegen Pilze und kommt daher als Nagelpilz-Hausmittel zum Einsatz – dass er auch gegen Nagelpilz hilft, ist dabei umstritten. Dabei gibt es zwei grundlegende Anwendungsmöglichkeiten von Knoblauch.

  • Der Knoblauch wird roh gegessen und der Pilz damit von innen heraus angegriffen. Ob der Knoblauch zusammen mit anderen Speisen gegessen oder als Saft getrunken wird, ist für die Wirkung unerheblich.
  • Der Knoblauch wird als Knoblauchsaft direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Knoblauchsaft lässt sich durch das Auspressen weniger Knoblauchzehen selbst herstellen. Es wird empfohlen, den so gewonnenen Knoblauchsaft vor dem Auftragen mit ein bis zwei Esslöffeln Olivenöl zu vermischen, da purer, frisch gepresster Knoblauch in offenen Wunden brennt.

Vorteile:

  • günstiges Hausmittel
  • einfache Anwendung

Nachteile:

  • strenger Geruch
  • brennt in Wunden
  • Wirkung umstritten

Essig

Neben Ölen und Knoblauch gilt auch Essig als ein effektives Heilmittel im Kampf gegen den Nagelpilz. Insbesondere Apfelessig wird wegen seines vergleichsweise hohen Säuregehaltes empfohlen. Die Säure des Essigs sorgt dafür, dass die Pilze auf der Haut nicht mehr überleben können und nach kurzer Zeit absterben. Der Essig wird mit einem Wattebausch auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Möglich ist aber auch ein Fußbad, bei dem der Essig 1 zu 1 mit Wasser verdünnt wird. In jedem Fall ist bei der Anwendung von Apfelessig auf Hautreizungen zu achten. Zeigt die empfindliche Nagelhaut auffällige Veränderungen, sollten Sie die Behandlung sofort abbrechen.

Vorteile:

  • günstiger Preis
  • einfache Anwendung
  • gute Wirksamkeit

Nachteile:

  • brennt in offenen Wunden
  • kann die Nagelhaut schädigen

Backpulver

Auf der Suche nach einem Fußnagelpilz-Hausmittel wird man früher oder später auf Backpulver stoßen. Viele Betroffene schwören auf die Behandlung mit dem günstigen und überall erhältlichen Nagelpilz-Hausmittel – auch wenn ein wissenschaftlicher Nachweis zur Wirkung des Hausmittels bislang fehlt. Die Anwendung ist einfach. Es gilt das Backpulver so lange mit Wasser zu vermischen, bis ein klebrig-zähflüssiger Brei entstanden ist. Dieser wird im Anschluss auf die betroffenen Nägel aufgetragen. Die Nagelpilz-Behandlung mit Backpulver soll mehrmals täglich über einen Zeitraum von etwa einer Woche erfolgen.

Vorteile:

  • preiswert
  • leicht verfügbar

Nachteile:

  • Wirkung ungewiss

GrapefruitkernExtrakt

Der aus den gemahlenen Kernen und der Schale der Grapefruit gewonnene GrapefruitkernExtrakt gilt schon seit Langem eine Art Geheimtipp gegen Bakterien, Pilze und Viren, GrapefruitkernExtrakt ist also ein natürliches Antibiotikum. Für die Anwendung bei Nagelpilz werden einige Tropfen des Extraktes mit etwas Wasser verdünnt und mit einem Wattebausch oder Wattestäbchen mehrmals täglich auf den betroffenen Nagel und die angrenzenden Hautpartien aufgetragen. Einige Forscher zweifeln die Wirkung dieses Mittels an: Wirksam sei laut Studien nicht der Extrakt selbst, sondern die darin häufig enthaltenen Konservierungsmittel Benzethoniumchlorid und Triclosan.

Grapfruitkernextrakt

Grapfruitkernextrakt kann bei Nagelpilz helfen

Vorteile:

  • Wirkt gegen Bakterien, Pilze und Viren
  • einfache Anwendung

Nachteile:

  • hoher Preis
  • Wirkung speziell bei Nagelpilz nicht umstritten

Bittersalz

Magnesiumsulfat, besser bekannt unter dem Name Bittersalz, ist in Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich. Gelegentlich wird Bittersalz als Hausmittel zur Behandlung von Nagelpilz empfohlen. Die Wirkung ist allerdings wie so oft nicht belegt. Das Mittel wird zunächst in warmem Wasser aufgelöst. Anschließend können die vom Pilz befallenen Bereiche in das Wasserbad getaucht werden. Die Behandlung sollte über einen Zeitraum von zwei Wochen regelmäßig wiederholt werden.

Vorteile:

  • Preiswert
  • keine Nebenwirkungen bekannt

Nachteile:

  • Wirkung umstritten
  • umständliche Anwendung

Zahnpasta

Zahnpasta bei Nagelpilz

Zahnpasta – ein günstiges Nagelpilzhausmittel

Die meisten Zahnpasten enthalten Fluor, einen Wirkstoff, der Pilzerreger abtöten soll. Diese Eigenschaft macht auch die herkömmliche Zahnpaste zu einem preiswerten Hausmittel bei Nagelpilz. Die Zahnpasta wir unverdünnt aufgetragen und nach dem Eintrocknen abgewaschen. Obwohl Patienten immer wieder von schnellen Behandlungserfolgen berichten, sind Zweifel an der tatsächlichen Wirksamkeit durchaus angebracht.

Vorteile:

  • Allgemeine Verfügbarkeit – Zahnpasta ist in jedem Haushalt zu finden.
  • Günstiger Preis – Zahncreme ist sehr günstig zu haben.
  • Einfache Anwendung – die infizierten Nägel können direkt mit Zahnpasta eingerieben werden.
  • Schnelle Wirkung – erste Verbesserungen sollen bei leichten Nagelpilzformen bereits nach wenigen Tagen sichtbar werden.

Nachteile:

  • Wirkung nicht nachgewiesen

Alkohol

Zu guter Letzt wird auch Alkohol immer wieder als wirkungsvolles Mittel bei Nagelpilz genannt. Chemisch betrachtet führt die sogenannte unspezifische Fällung, d.h. das Ausscheiden eines bestimmten Stoffes aus einer Lösung, der Proteine im Zellinnern zu einer Abtötung der Keime und Pilze. Wegen des zu geringen Alkoholgehalts (mind. 70 Vol. % müssen es sein) ist Trinkalkohol eher nicht geeignet, um die von Nagelpilz betroffenen Stellen zu desinfizieren. Darüber hinaus haben auch die in Likören und Schnäpsen enthaltenen Zucker und Aromen negative Auswirkungen auf die Nagelpilzbehandlung. Hinzu kommt, dass der Alkohol in offenen Wunden brennt und die Haut schnell austrocknet.

Vorteile:

  • einfache Anwendung
  • desinfizierende Wirkung

Nachteile:

  • trocknet die Haut aus
  • brennt in offenen Wunden
  • min. 70 Vol% Alkohol erforderlich

Warum ist Nagelpilz so schwer zu bekämpfen?

Das Problem bei einer Nagelpilzinfektion besteht in erster Linie darin, dass der Pilz in den Nagel eindringt und sich dort festsetzt. Daher werden die meisten in der Apotheke erhältlichen Mittel in Form eines Nagellackes angeboten. Durch die lange Einwirkungszeit des Lackes können die Wirkstoffe in den Nagel eindringen. Hausmittel sind in der Regel nicht in der Lage, den Pilz im Nagel zu erreichen und zu bekämpfen. Wegen der ähnlich langen Einwirkzeit sind Öle die vielversprechendsten Kandidaten unter den Hausmitteln gegen Nagelpilz.

Fazit: Hausmittel Ja oder Nein?

Zwar gibt es bisher keine wissenschaftlichen Belege, die die Wirksamkeit von Hausmitteln bei der Behandlung von Nagelpilz nachweisen, jedoch machen gerade die geringen Kosten und die leichte Verfügbarkeit den Einsatz der Küchenarzneimittel attraktiv. Eine intensive Behandlung mit wirksamen Antimykotika aus der Apotheke können sie allerdings nicht ersetzen. Suchen Sie bei einer bestehenden Nagelpilzerkrankung einen Arzt auf oder lassen Sie sich in der Apotheke beraten und nutzen Sie Hausmittel wie Oliven- oder Manukaöl als begleitende Mittel zur Hautpflege.