Nagelpilz mit Öl behandeln?

Wer von einer Infektion mit Nagelpilz betroffen ist, sucht nach einer sicheren und schonenden Methode, den Pilz zu bekämpfen. Traditionell gelten Öle in der Naturheilkunde als Mittel gegen Nagelpilz. In Drogeriemärkten und Apotheken werden verschiedene Sorten und Mischungen zur Pflege pilzgeschädigter Nägel empfohlen. Fette und Öle machen Haut und Nagelplatte geschmeidig und verhindern das Eindringen von Nässe. Geölte Nägel sind glatter und weniger rissig, sie bieten dem Pilz weniger Angriffsfläche. Damit können Sie helfen, Nagelpilzinfektionen zu vermeiden, und die Behandlung bereits befallener Nägel unterstützen. Ob Öl gegen Nagelpilz als alleinige Behandlung wirksam ist, ist wissenschaftlich sehr umstritten.

Wie wirkt Öl gegen Nagelpilz?

In erster Linie wirkt Nagelöl pflegend auf die Nagelplatte und die Nagelhaut. Spröde, trockene oder brüchige Nagelsubstanz erhält wieder mehr Elastizität, sie wirkt glatter und gesünder. Auch die Nagelhaut profitiert von der Ölbehandlung und neigt weniger zur Rissbildung. Damit haben es die typischen Erreger für Nagelpilz wie Dermatophyten (Fadenpilze) oder Candida (Sprosspilze) schwerer, sich zu verbreiten. Manche Öle enthalten zudem Inhaltsstoffe, die fungizid, also Pilzsporen bekämpfend oder das Wachstum verzögernd, wirken. Wissenschaftlich ist nicht erwiesen, dass diese Inhaltsstoffe tief genug in die Nagelsubstanz eindringen können, um Nagelpilz zu bekämpfen. Auch ist nicht geklärt, ob ausreichend hohe Konzentrationen der fungiziden Wirkstoffe in den Ölen enthalten sind.

Öl zur Pilzbehandlung

Teebaumöl ist ein ätherisches Öl des australischen Teebaums. Die Ureinwohner des Landes benutzen das Öl traditionell zur Behandlung zahlreicher Beschwerden. Vor Erfindung des Penicillins gehörte das Teebaumöl auch bei vielen Einwanderern aus Europa zur Grundausstattung der Haus- und Reiseapotheke. Teebaumöl gegen Nagelpilz ist nicht ohne Risiken. Das Öl ist wirksam gegen Bakterien und Pilze, als starkes Allergen führt es jedoch bei vielen Menschen zu allergischen Reaktionen. Unverdünnt gilt es als gesundheitsschädlich. Wenden Sie Teebaumöl dagegen in zu hoher Verdünnung an, fördert das Mittel bei Bakterien Resistenzen gegen Antibiotika. In seiner Wirkungsweise ähnelt das Manukaöl dem Teebaumöl. Es wird aus den Blättern der Südseemyrte gewonnen. Manukaöl gegen Nagelpilz ist unverdünnt nicht zu empfehlen, das unverdünnte Öl wirkt stark hautreizend.

Mit Lavendel gegen den Pilz?

Lavendel duftet herrlich und wirkt beruhigend auf Körper und Geist. Forscher haben entdeckt, dass das Öl des Lavendels auch gegen einige Hautpilze wirksam ist. Schimmelpilze und Hefepilze reagieren besonders gut auf Lavendelöl. Ob das ätherische Öl auch gegen Fadenpilze, die der Hauptauslöser für Nagelpilz sind, wirkt, ist jedoch nicht erforscht. Wenn Sie Lavendel gegen Nagelpilz ausprobieren möchten, verdünnen Sie das Öl, denn es wirkt reizend.

Ozon und Olivenöl als Pilzmittel?

Olivenöl gilt seit der Antike als Mittel zur Behandlung von Wunden und Hauterkrankungen. Unter Ozon versteht man ein Molekül mit drei Sauerstoffatomen. In der Atemluft wirken hohe Ozonkonzentrationen stark reizend auf die Atemwege und lösen Kopfschmerzen aus. Reines Ozon tötet Bakterien, Viren und Pilze ab. Ozonisiertes Olivenöl gegen Nagelpilz soll Haut und Nagel stärken und Pilze bekämpfen. Einen wissenschaftlichen Beweis gibt es jedoch nicht. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit medizinischer Präparate ist hingegen belegt. Sie erhalten diese sowohl online als auch in Ihrer Apotheke.