Nagelpilz mit Homöopathie bekämpfen: der Hintergrund

Die Homöopathie sieht den Körper als ein ganzheitliches Gebilde, das durch viele äußere Einflüsse aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Um dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, wird Gleiches mit Gleichem bekämpft. Der Patient erhält also Mittel, die bei einem gesunden Menschen Symptome hervorrufen würden. Dazu kommt der Glaube an eine den Mitteln innewohnende Kraft, die den Körper positiv beeinflusst. All dies sollte man wissen, wenn man über die Behandlung von Nagelpilz mit Homöopathie nachdenkt. Die Frage lautet: Kann das helfen?

Nagelpilz und Homöopathie: So funktioniert die Methode

Die Homöopathie kennt viele Mittel gegen Nagelpilz: Dazu gehört wässrige Flusssäure, Kieselsäure oder auch Tintenfisch. Diese werden in verschiedener Verdünnung, „Potenzierung“ genannt, angeboten und sind teilweise verschreibungspflichtig. Flusssäure ist giftig und sollte umsichtig angewandt werden. Ein Homöopath empfiehlt jeweils nur ein Mittel, das je nach Pilzbefall und Symptomen eingenommen wird, meist in Tropfenform oder als Globuli. Homöopathen gehen davon aus, dass der Pilzbefall innerlich zu bekämpfen ist. Dies ist wissenschaftlich allerdings nicht nachgewiesen.

Wer Nagelpilz auf natürliche Weise behandeln will, greift oft zu Schüsslersalzen, die ebenfalls als homöopathische Nagelpilz-Behandlung angeboten werden. Diese Mineralien sind meist eine begleitende Therapie in der Homöopathie gegen Nagelpilz. Im Gegensatz zu den Globuli können die Salze auch als Creme direkt auf den betroffenen Nagel aufgetragen werden. Auch hier ist die Wirksamkeit nicht nachgewiesen – die genannten Mittel können allerdings unterstützend zu einer medikamentösen Therapie angewandt werden.

Homöopathie und Nagelpilz: die Grenzen der Methode

Im Spiegel der vorausgegangenen Aussagen zeigen sich zwei Probleme, die Patienten bedenken sollten, wenn sie Nagelpilz homöopathisch behandeln wollen. Erstens wirkt keines der eingesetzten Mittel direkt gegen den Pilz unmittelbar am Ort seines Wirkens. Die Globuli werden nicht am Nagel eingesetzt, die Salzcreme dient nur der begleitenden Therapie und dem Eindämmen von Symptomen. Ein Pilz ist aber äußerst hartnäckig und muss deswegen direkt bekämpft werden. Und dies sollte zunächst einmal von außen, direkt am Nagel erfolgen.

Zweitens ist Homöopathie auch bei Nagelpilz eine Glaubensfrage. Wenn Medikamente stark verdünnt sind, können sie ihre Wirkung auch nur verdünnt entfalten. Des Weiteren ist eine den Stoffen innewohnende Kraft, wie sie von der Homöopathie vermutet wird, wissenschaftlich nicht nachweisbar. Diese Methode ist also weder in der Darreichung noch in der Therapieform oder in den Wirkstoffen nachweislich wirksam.

Nagelpilz und Homöopathie: ein Mittelweg

Unterstützend spricht nichts gegen eine Anwendung von homöopathischen Mitteln. Wie kaum eine andere Disziplin beschäftigt sich die Homöopathie mit den Begleitumständen im Leben eines Menschen, die den Pilzbefall begünstigen oder schneller abklingen lassen. Der ganzheitliche Ansatz nimmt die Ernährung, die Lebensweise und auch die Kleidung ins Visier und kümmert sich um die Psyche. Der Heilung einer Pilzinfektion ist das nicht abträglich. Der Besuch eines Homöopathen ist also eine Maßnahme, die als Begleitung zu einer medikamentösen Therapie durchaus geeignet ist.

Der Pilz im Nagel sollte zuallererst durch Antimykotika und ein sukzessives Entfernen erkrankter Bereich bekämpft werden. Dazu eignen sich Produkte, die mit Harnstoff den Nagel aufweichen und beim Lösen des kranken Nagelteils helfen, damit dieser abgeschabt werden kann. Das freiliegende Nagelbett wird danach mit einer antimykotischen Creme weiterbehandelt.