Nagelpilz-Medikamente: warum sie nötig sind

Nagelpilz kommt in der Bevölkerung recht häufig vor: Etwa 20 bis 30 Prozent aller Deutschen mussten in ihrem Leben schon einmal Mittel gegen Nagelpilz anwenden. Die aggressiven Erreger, die die Hornzellen des Nagels angreifen, verbreiten sich leicht und überdauern hartnäckig in infizierten Bereichen. Eine Nagelpilzerkrankung verschwindet deshalb nicht von allein. Je früher Sie bei Nagelpilz ein Medikament zur Bekämpfung der Keime einsetzen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass nach der Behandlung der Nagel gesund wieder nachwachsen kann. Werden die Erreger nicht gestoppt, kann sich die Erkrankung ausbreiten und an anderen Körperstellen Infektionsherde verursachen. Doch welche Nagelpilz-Medikamente gibt es und welche Präparate sind für Sie geeignet? Hier erfahren Sie es.

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Nagelpilz: Medikamente zur Bekämpfung der Infektion

Bevor die die einzelnen Präparate und Darreichungsformen betrachtet werden, soll ein kurzer Blick den wichtigsten Wirkstoffen gelten, die die Medikamente gegen Nagelpilz enthalten. Diese stammen aus der Gruppe der Antimykotika, die Pilzerreger schädigen und ihre Ausbreitung verhindern. Sie werden zur äußerlichen Anwendung meist als Cremes, Nagellacke, Sprays oder Stifte angeboten. Zusätzlich gibt es Medikamente, die auf Anweisung des Arztes für die systemische Behandlung von Nagelpilz zur Verfügung stehen und die Erreger aus dem Körperinneren bekämpfen.

Weil Pilzerreger sich tief in die Nagelstruktur zurückziehen und letztlich auch das Nagelbett angreifen können, müssen erkrankte Nagelbereiche rechtzeitig behandelt und entfernt werden. Dabei helfen Keratolytika, die die Nagelplatte aufweichen. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist Urea, also Harnstoff.

In jedem Fall ist bei der Anwendung der verschiedenen Präparate Geduld gefragt, weil der Nagel erst dann wieder gesund nachwachsen kann, wenn die Keime sich aus den infizierten Bereichen zurückgezogen haben. Bis ein Nagel vollständig regeneriert nachwächst, kann es jedoch mitunter Monate dauern. Um das Durchhaltevermögen nicht zu sehr zu strapazieren, stehen zur Behandlung von Nagelpilz Medikamente zur Verfügung, die im Rahmen einer Kurzzeittherapie wirken.

Lack als Medikament gegen Nagelpilz: Vor- und Nachteile

Der erste Griff vieler Patienten gilt häufig einem rezeptfreien medizinischen Nagellack, einer Tinktur oder einem Stift. Die meisten Produkte enthalten die Wirkstoffe Amorolfin oder Ciclopirox. Diese Antimykotika werden gerne eingesetzt, weil sich der Lack einfach auftragen lässt. Damit das Präparat gut haftet und wirkt, müssen Patienten die Nageloberfläche zunächst mit einer Feile anrauen.

Die Behandlung mit einem Lack verlangt Geduld. Erste Ergebnisse zeigen sich meist erst nach Monaten.

Kombi-Präparate bei Nagelpilz: Medikamente mit unterschiedlichen Wirkstoffen

Wer von Anfang an auf eine wirksame Therapie setzt, hat gute Chancen, den Nagelpilz schnell zu bekämpfen und wieder schöne, gesunde Nägel zu bekommen. Dazu bieten sich bei Nagelpilz Medikamente an, die das Problem von zwei Seiten bekämpfen: Erstens wird der betroffene Nagel aufgeweicht und zweitens werden die Pilzerreger bekämpft.

Dieses Prinzip wird bei der 2+4 Wochen Kurztherapie mit der Kombination eines Nagelsets und einer Creme mit Antipilzwirkung angewendet. Im ersten Schritt wird dabei der Nagel durch harnstoffhaltige Salben aufgeweicht und mit Pflastern geschützt. Mit einem Spatel werden erkrankte Hornzellen dann nach und nach entfernt, bis das Nagelbett freiliegt. Dieser Prozess dauert in der Regel etwa zwei Wochen. Weitere vier Wochen sollten das Nagelbett und die umliegenden Areale dann mit einer zusätzlichen Creme behandelt werden, die Bifonazol enthält. Dieses Antimykotikum ist gegen viele Pilzarten wirksam und in Mitteln wie dem Canesten® Extra Nagelset und der Canesten® Extra Creme enthalten. Die recht kurze Anwendungsdauer in Verbindung mit der zweifachen Wirkung greift den Pilz direkt da an, wo er sich befindet. Diese Mittel können Sie hier bestellen. Nach Abschluss der Anwendung kann der gesunde Nagel nachwachsen.

Nagelpilz-Medikamente zum Einnehmen: Das sollten Sie beachten

In Abhängigkeit vom Krankheitsverlauf und dem Ausmaß der Infektion entscheidet der Arzt darüber, ob eine systemische Therapie mit Tabletten den Erreger auch aus dem Körperinneren bekämpfen muss. Bei Nagelpilz sind Medikamente den Stoffen Terbinafin oder Itraconazol, in selteneren Fällen mit Fluconazol gegen die Erreger wirksam. Die Tabletten werden ebenfalls über einen längeren Zeitraum eingenommen und zeigen in Studien eine hohe Wirksamkeit. Allerdings dürfen diese Medikamente gegen Nagelpilz nicht verschrieben werden, wenn eine Reihe anderer Medikamente eingenommen werden müssen. Es kann zu starken Wechselwirkungen kommen. Schwangeren und Herzpatienten werden diese Nagelpilz-Medikamente ebenfalls nicht verschrieben. Gleiches gilt für Kinder, bei denen eher eine örtliche Behandlung mit Kombi-Präparaten empfohlen wird.

Welches Medikament gegen Nagelpilz anzuwenden ist, entscheidet der Krankheitsverlauf und bei unklaren Diagnosen in jedem Fall der Arzt. Erhältlich sind die empfohlenen Produkte sowohl in der Apotheke als auch online.