Nagelpilz in der Schwangerschaft

Eine Nagelpilzerkrankung (Nagelmykose) ist eine prinzipiell harmlose, aber lästige und häufig hartnäckige Erkrankung. Man kann den Pilzbefall an typischen Anzeichen erkennen – dazu zählen gelbliche oder bräunliche Verfärbungen der Nägel, Verdickungen und Brüchigkeit oder Risse. Während der Schwangerschaft können Nagelmykosen gehäuft auftreten, da aufgrund der hormonellen Umstellung das Immunsystem geschwächt ist. Prinzipiell ist es wichtig, den Nagelpilz rasch zu behandeln, denn je länger die Erkrankung fortschreitet und je mehr Nagelsubstanz befallen ist, desto länger dauert es, die Erreger wieder loszuwerden. Doch nicht alle Medikamente die gegen Nagelpilz wirksam sind, dürfen auch in der Schwangerschaft angewendet werden.

Hausmittel: Ungefährlich, aber nicht immer wirksam

Es kursieren viele Empfehlungen, wie Nagelpilz durch Hausmittel aus dem Küchenschrank bekämpft werden kann. Teebaum- und Lavendelöl wirkt entzündungshemmend und soll dadurch die Beschwerden lindern, auch Oregano- und Olivenöl sollen zu einer Abheilung der Pilzerkrankung beitragen. Manche schwören auf die Anwendung von Essig, Knoblauch, Backpulver oder auch Zahnpasta. Der Vorteil dieser Hausmittel ist, dass sie selbst in der Schwangerschaft bedenkenlos angewendet werden können. Allerdings ist eine ausreichende Wirksamkeit medizinisch nicht belegt. Manche Hausmittel – wie Essig oder Teebaumöl – können bei empfindlichen Personen auch zu Hautreizungen führen und dadurch das Problem verstärken.

Medizinische Fußpflege als Erste Hilfe

Unbedenklich ist es, die befallenen Nägel im Rahmen einer medizinischen Fußpflege abschleifen oder abfräsen zu lassen. Dadurch wird ein Großteil der erkrankten Nagelsubstanz rein mechanisch entfernt, das optische Erscheinungsbild des Nagels wird sofort verbessert. Leider lässt sich der Nagelpilz auf diese Weise nicht immer vollständig entfernen, denn häufig befindet er sich auch in tieferen Nagelschichten oder im Nagelbett. Dort kann man ihn nur durch Medikamente wie Cremen, Lacke oder auch Tabletten erreichen. Sollte die Schwangerschaft bereits weiter fortgeschritten sein, dann können Sie die Zeit bis zur Entbindung jedoch durch eine professionelle Fuß- oder Handpflege überbrücken und den Pilz erst später medikamentös behandeln. Von der Pilzerkrankung selbst geht keine Gefahr für das ungeborene Kind aus.

Medikamente nur nach Absprache mit dem Arzt

Es stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, um eine Nagelmykose medikamentös zu behandeln. Während der Schwangerschaft ist jedoch – wie bei allen Medikamenten – Vorsicht geboten, auch frei verkäufliche Mittel sollten Sie nur nach Absprache mit dem Arzt verwenden. Tabletten mit antimykotischer (pilzhemmender) Wirkung dürfen Schwangere jedenfalls nicht einnehmen. Diese Tabletten werden normalerweise zur Therapie von fortgeschrittenen Pilzerkrankungen eingesetzt. Frei verkäufliche Cremen, Lacken oder Tinkturen basieren auf ähnlichen Wirkstoffen wie Tabletten, werden aber rein äußerlich angewendet. Zu den enthaltenen Wirkstoffen zählen etwa Bifonazol oder Clotrimazol. Es gibt auch Kombinationspräparate wie das Canesten® EXTRA Nagelset, das durch die beiden Inhaltsstoffe Bifonazol und Urea eine rasche Behandlung der Nagelmykose verspricht: Während Bifonazol den Pilz abtötet, weicht Urea die befallene Nagelsubstanz auf, so dass diese nach und nach abgetragen werden kann. Bei einer rein äußerlichen Anwendung gelangen die Wirkstoffe von Cremen, Lacken oder Tinkturen kaum in die Blutbahn, eine Schädigung des ungeborenen Kindes ist daher nicht zu erwarten. Trotzdem wird empfohlen, diese Präparate während der ersten drei Monate der Schwangerschaft sicherheitshalber nicht zu verwenden. In späteren Stadien sollte der Arzt darüber entscheiden, ob der Nutzen das potentielle Risiko überwiegt.

Generell sollte man sich bei einer Nagelmykose immer auf eine längere Behandlungszeit (mindestens einige Wochen) einstellen. Je nachdem, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, kann es auch einige Monate dauern, bis der Pilz besiegt ist – besonders bei den langsam wachsenden Fußnägeln. Wer die Therapie frühzeitig abbricht, riskiert ein neuerliches Auftreten der Beschwerden.

Nagelpilz in der Schwangerschaft vorbeugen

Besonders wenn Sie zusätzlich unter Diabetes leiden, ist das Risiko erhöht, während der Schwangerschaft an einer Nagelmykose zu erkranken. Es ist ratsam, durch Hygienemaßnahmen und eine konsequente Pflege einem Nagelpilz vorzubeugen Die Erreger fühlen sich überall dort wohl, wo es warm und feucht ist: Schwimmbäder, Saunen, Gemeinschaftsduschen oder Umkleiden zählen daher zu den häufigsten Ansteckungsorten, an denen Sie möglichst nicht barfuß gehen sollten. Falls Fußdesinfektionsanlagen vorhanden sind, dann sollten Sie diese nutzen. Doch auch luftundurchlässige Schuhe und synthetische Socken können ein feucht-warmes Fußklima und damit eine Pilzerkrankung begünstigen. Grundsätzlich ist es zu empfehlen, die Füße nach dem Duschen immer gut abzutrocknen und Handtücher sowie Socken bei mindestens 60°C zu waschen. Sollten andere Familienmitglieder an einer Nagelmykose leiden, dann achten Sie darauf, nicht dieselben Handtücher, Nagelfeilen oder Nagelscheren zu benutzen.