Nagelpilz und Diabetes

Diabetiker sind rund dreimal so häufig von Nagelpilz betroffen wie Nicht-Diabetiker. Das höhere Erkrankungsrisiko ist darauf zurückzuführen, dass der bei Diabetes gestörte Blutzuckerspiegel langfristig Schäden an den Blutgefäßen verursacht. In der Folge kommt es zu Durchblutungsstörungen und es bildet sich schadhaftes Keratin, dessen mindere Qualität die Nägel anfälliger für Infektionen macht. Hinzu kommt, dass die Haut von Diabetikern an den Füßen oftmals trocken und spröde ist und kleine Risse aufweist. Damit sich die Infektion nicht ausbreitet, ist eine schnelle Behandlung nötig. Nagelpilz macht sich durch dicke, verfärbte und brüchige Zehennägel bemerkbar. Manchmal zeigen sich weiße Streifen oder Flecken auf den Nägeln oder das Nagelbett ist entzündet. Doch gerade Diabetiker entdecken den Nagelpilz spät, da sie ein anderes Schmerzempfinden haben und auftretenden Juckreiz in vielen Fällen nicht bemerken.

Konsequente Behandlung statt Operation

Experten raten davon ab, einen pilzbefallenen Nagel operativ zu entfernen. Dies gilt in besonderem Maße für Diabetiker, denn im Zuge der Erkrankung kommt es zu einer gestörten Wundheilung. Dadurch kann sich die Infektion schneller im Körper ausbreiten. Außerdem öffnen Wunden Tür und Tor für weitere Erreger wie Pilze oder Bakterien, die in die betroffenen Stellen eindringen und den Körper zusätzlich schwächen. Daher ist Diabetikern zu empfehlen, um einer Infektion mit Nagelpilz vorzubeugen, regelmäßig einen Podologen aufzusuchen.

Besteht eine Infektion, ist das Ziel der Behandlung, den Nagel zu erhalten. Dazu bedarf es einer konsequenten Behandlung mit einem Anti-Pilz-Mittel (Antimykotika). Für Nagelpilz gibt es spezielle Lacke, die entweder wasserlöslich oder nicht-wasserlöslich sind. Wasserlöslicher Lack ist täglich auf den Nagel aufzutragen, nicht-wasserlöslicher nur einmal wöchentlich.

Verkürzung der Behandlungsdauer

Die meisten Antimykotika benötigen zwischen mehreren Wochen und einigen Monaten, bis sich ein Behandlungserfolg zeigt. Während dieser Zeit ist Disziplin bei der Behandlung nötig. Eine spezielle Kurzzeittherapie kann die Behandlungszeit auf wenige Wochen verkürzen. Mit einer 2+4 Wochen Kombitherapie, die aus einem Nagelset und einer Creme besteht, zeigen sich bereits nach zwei Wochen erste Erfolge. Mit dem Nagelset entfernen Sie durch Aufweichen die vom Nagelpilz befallene Nagelsubstanz. Am Ende der zwei Wochen verwenden Sie für weitere vier Woche eine Creme, die den Pilzerreger bekämpft und beseitigt. Nun kann der Nagel gesund nachwachsen.

Besonders effektiv bei Mischinfektionen

Wodurch der Nagelpilz selbst hervorgerufen wurde, ist schwer zu sagen. In der Regel breitet sich zunächst ein Fußpilz aus, der dann auch den Bereich des Nagels erreicht. Meistens handelt es sich hierbei um Fadenpilze, in seltenen Fällen um Hefe- oder Schimmelpilze. Oft sind aber auch verschiedene Pilzfamilien an der Infektion beteiligt, etwa ein Drittel aller Fälle sind Mischinfektionen. Wegen ihrer besonderen Infektionsanfälligkeit sind Diabetiker besonders gefährdet. Deshalb bieten sich für sie Produkte an, die gezielt Mischinfektionen und mehrere Erreger gleichzeitig bekämpfen.

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