Nagelpilz – Apotheke oder Arzt?

Es kann jeden treffen – Nagelpilz. Und dabei müssen Sie sich auch nicht schämen, wenn es Sie doch einmal erwischt dann. Denn Nagelpilz, vor allem an den Füßen, aber auch an den Händen, ist weiter verbreitet, als Sie vielleicht denken. Vor allem, wenn Sie häufig dicke Socken und Schuhe tragen, gehören Sie zu der gefährdeten Gruppe Menschen. Doch wenn Sie bei sich Nagelpilz festgestellt haben, sollten Sie dann zum Arzt gehen oder reicht ein freiverkäufliches Mittel aus der Apotheke?

Was ist Nagelpilz und wie erkennen Sie, ob Sie darunter leiden?

Wenn Sie unter brüchigen oder verfärbten Nägeln leiden, dann können dies bereits Anzeichen für einen Nagelpilz sein. Bereits zwischen 12 und 17 % aller Menschen in Deutschland sind laut den neuesten Statistiken von Nagelpilz betroffen. Daher muss es Ihnen auch keinesfalls peinlich sein, wenn Sie dazu gehören. Gerade bei warmen Füßen in dicken Schuhen bietet sich dem Faden- oder Sprosspilz, der in der Regel für Nagelpilz verantwortlich ist, ein gutes Umfeld zum Wachsen. Häufig beginnt es hier an den äußeren Zehen, also dem kleinen und dem großen Zeh. Wird der Nagelpilz jetzt allerdings nicht behandelt, kann er sich ungehindert auf alle Nägel ausbreiten. Die häufigsten Symptome für eine Pilzerkrankung an den Nägeln sind:

– stumpfe und glanzlose Nägel

– gelbe oder weiße Flecken an den Rändern

– gelbe, bräunliche oder weiße Flecken auf der Nageloberfläche

– verdickte Nägel

– brüchige Nägel

Da der Nagelpilz keine Beschwerde verursacht, wie dies zum Beispiel bei einem Fußpilz der Fall ist, der sich durch Jucken, schuppende oder rote Haut zeigt, ist er schwer zu erkennen und dadurch auch so gefährlich. Denn hat er sich erst einmal ausgebreitet, dann wird es schwer und dauert lange, bis Sie ihn wieder in den Griff bekommen.

Bei Erkennung eines Nagelpilzes zum Arzt oder reicht der Gang zur Apotheke?

Haben Sie bei sich an einem oder bereits mehreren Nägeln einen Nagelpilz erkannt, müssen Sie deswegen nicht unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn dieser verschreibt Ihnen bei leichtem Nagelpilz die gleichen Mittel, die Sie auch rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Sind Sie sich unsicher, ob es sich wirklich um einen Nagelpilz handelt, dann gehen Sie zum Arzt, der hier eine Untersuchung durchführen wird. Doch auch die erfahrenen Apotheker kennen sich im Erkennen eines Nagelpilzes aus und können Ihnen die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen. Wurde in früheren Zeiten ein Nagelpilz langwierig mit dem Auftragen eines speziellen Nagellacks behandelt, geht es heute mit einer speziellen Nagelpilzsalbe Mitteln aus der Apotheke deutlich schneller. Aber natürlich können Sie jederzeit, wenn Sie dies wünschen, auf die altbewährte Methode des speziellen antibakteriellen Nagellacks gegen ihren Nagelpilz zurückgreifen. Heutige Darreichungsformen in Form von speziellen Salben, die Sie in einem Nagelset in der Apotheke erhalten, sind bei der Behandlung deutlich schneller und effektiver. Denn diese beinhalten meist zwei Wirkstoffe gegen den Nagelpilz. Hierbei handelt es sich um die körpereigene Substanz Harnstoff (Urea) sowie Bifonazol. So können Sie nach etwa sechs Wochen Behandlung wieder auf schöne Nägel blicken, wobei Sie bei einem Nagellack warten müssen, bis die Nägel einmal ganz herausgewachsen sind. Nur in ganz hartnäckigen Fällen, in denen die Nägel nicht nach sechs Wochen wieder ansehnlich geworden und vom Nagelpilz befreit sind, sollten Sie doch noch einen Arzt aufsuchen.