Onychomykose

Unter dem Fachbegriff Onychomykose versteckt sich der weit verbreitete Nagelpilz. Während Kinder und auch Naturvölker fast nie davon betroffen sind, so ist Onychomykose bei Erwachsenen die verbreitetste Nagelerkrankung: Sie tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf und betrifft meist eher die Fußnägel als die Fingernägel. Hierzulande geht man davon aus, dass 12 Prozent der Bevölkerung von einem Nagelpilz bereits betroffen waren. Menschen über 65 sind die größte Gruppe der Betroffenen. Man schiebt dies auf ein verschlechtertes Immunsystem und auch schlechtere Beschaffenheit der Nägel. Diese Faktoren erleichtern den Keimeintritt ins Nagelgewebe. Betroffen sind auch häufig Sportler, Diabetiker und Menschen, die einen Fußpilz unbehandelt lassen.

Warum sich Onychomykose entwickelt

Als ursächlicher Auslöser sind sogenannte Dermatophyten ausgemacht. Das sind die gleichen Pilze, die auch Fußpilzinfektionen verursachen. Diese Fadenpilze gehen deshalb besonders gerne an Stellen des Körpers, die verhornt sind, weil sie sich von dem dort eingelagerten Keratin ernähren. Zu 90 Prozent ist der auslösende Pilz ein Typus der Gattung Trichophyton rubrum. In ganz besonderen Fällen können aber auch Schimmel-, Hefepilze oder andere Pilze den Nagelpilz auslösen. Die Übertragung durch die benannten Keime ist nahezu überall möglich. Es genügen hierfür bereits sehr kleine, aber infizierte Hautschuppen. Es muss sich aber daraus nicht sofort eine Onychomykose ausbilden. Erwähnte Risiken vergrößern dann aber die Wahrscheinlichkeit für Entwicklung des Krankheitsbildes.

Wie Sie einen Nagelpilz bemerken

Es kann der gesamte Bereich eines Nagels betroffen sein. Die ersten Anfänge entwickeln sich häufig am oberen Rand des Nagels. Von dort breitet sich der Pilz auf den gesamten Nagelbereich aus. Dazu gehören auch Nagelwurzel und Nagelbett. Sehr häufig erkennen Sie die Erkrankung an einer fortschreitenden Verfärbung des Nagels. Diese zeigt sich zunächst in weißlicher bis gelblicher Tönung. Es kann dann auch zu Verdickungen und Entzündungen des Nagels kommen. Auch wird dieser brüchig und kann sich dann teilweise oder fast komplett ablösen. Je nach Ausprägung der Symptome wird unterschieden in eine Onychomykose der

• frühen Stufe,
• der durchschnittlichen Stufe und
• der schweren Stufe.

Verschiedene Formen der Onychomykose

Je nach Art der Ausbreitung unterscheiden die Mediziner fünf Formen der Onychomykose:

1. Distolaterale subunguale Onychomykose

Diese Form deckt etwa 90 Prozent der Fälle von Onychomykose ab. Sie ist meist an den Fußnägeln durch Beginn am Nagelrand und folgender Ausbreitung zur Nagelwurzel erkennbar.

2. Proximale subunguale Onychomykose

Bei dieser Form beginnt der Befall an der Nagelwurzel und breitet sich dann zur Nagelspitze aus. Diese Form macht bis 5 Prozent alles Onychomykosen aus.

3. Dystrophische Onychomykose

Hier kommt es bei einer solchen Form zu erheblichen und sehr starken Veränderungen am betroffenen Nagel. Oft wird dieser auch völlig zerstört.

4. Leukonychia trichophytica

Hier ist das Merkmal der auftretenden Form von Onychomykose die typisch weißliche Verfärbung des Nagels. Hier ist oft der Pilzerreger Trichophyton interdigitale der Verursacher.

5. Onychia et Paronychia candidosa

Hier wird der Befall durch einen Hefepilz ausgelöst. Es ist meist der Candida albicans, der den Nagel braun-grünlich verfärbt und die Struktur deutlich verändert.

Onychomykose ist gut behandelbar

Die durch den Nagelpilzerreger ausgelöste Erkrankung des Nagels kann wieder vollständig ausheilen. Die Behandlung ist zwar langwierig, aber dennoch gut möglich. Nicht selten dauert diese dann aber mehrere Monate. Zwei Kriterien entscheiden über die Art der Behandlung:

• Art des Pilzbefalls
• Schweregrad der bereits entwickelten Onychomykose.

Als Behandlungsmittel stehen sogenannte Antimykotika zur Verfügung. Diese können sowohl äußerlich als Creme oder Lack, aber auch als Tabletten zur Verwendung kommen. Sehr gut bewährt haben sich Präparate, die durch mehrere Wirkstoffe eine schnelle und effektive Besserung der Symptomatik bieten: Dabei werden die Wirkstoffe Bifonazol und Urea kombiniert.

Prognose und Vorbeugung gegen Onychomykose

Da ein Nagelpilz nicht von selbst heilt, sollten Sie bei Verdacht die betroffenen Nägel wie beschrieben behandeln. Wichtig ist dabei, dass Sie die Behandlung nach Vorschrift ausführen und solange fortsetzen, wie es angeraten wird. Halten Sie das nicht ein, dann kann es sein, dass die Pilzerreger nicht alle beseitigt wurden und die Nagelerkrankung wiederkehrt. Wenn Sie sich unsicher sind oder eine Behandlung mit Antimykotika nicht anspricht, dann sollten Sie auch einen Arzt befragen. Es gibt dann eventuell Differentialdiagnosen: Angeborene oder erworbene chronische Nagelmissbildungen, Nagelpsoriasis, Knötchenflechte des Nagels oder sogenannte Ekzemnägel. Vorausschauend können Sie durch gute Hygiene und Fußpflege Nagelpilz vermeiden. Auch eine gute Immunabwehr durch gesunde Ernährung oder Nahrungsergänzungen ist hier hilfreich.

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