Mann juckt sich am Fuß

Nagelpilz Ursachen und Risikofaktoren der Pilzinfektion

Nagelpilz kann zwar prinzipiell jeden treffen, jedoch gibt es einige Faktoren, die eine Infektion mit Nagelpilz deutlich begünstigen. So bietet die Feuchtigkeit in Hautfalten, Zehenzwischenräumen oder im Nagelbettbereich den wärmeliebenden Pilzerregern optimale Lebensbedingungen. Auch vorherige Pilzerkrankungen und Verletzungen des Nagelbettes, ein geschwächtes Immunsystem sowie eine schlechte Durchblutung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Nagelpilz zu erkranken. Daher zählen vor allem Kinder, ältere Menschen sowie Menschen mit Diabetes oder anderen Durchblutungsstörungen zu den Hauptrisikogruppen von Nagelpilz. Doch auch Sportler haben ein erhöhtes Risiko, an Nagelpilz zu erkranken. Egal, ob Läufer, Fußballspieler oder Tänzer: Sport und Nagelpilz sind in vielen Fällen untrennbar miteinander verbunden. Insbesondere, wenn Ihr Fuß Ihr Sportgerät ist. Denn die Bedingungen in verschwitzten Sportschuhen sind ideal, damit sich eine Infektion ausbreiten kann.

So entsteht Nagelpilz

Wie der Name sagt, ist die Ursache von Nagelpilz eine Pilzinfektion. Doch Pilz ist nicht gleich Pilz, verschiedene Erreger können bei Nagelmykosen (Mykose = Pilzerkrankung) die Beschwerden auslösen. Häufig sind sogenannte Dermatophyten der Übeltäter. Sie zählen bei Onychomykosen (griechisch: onych = Nagel, mykes = Pilz) zu den häufigsten Ursachen. Danach kommen die Hefepilze als Erreger infrage. Hier gehören die meisten Pilze zur Familie Candida. Doch auch Schimmelpilze zerstören in einigen Fällen die Nagelplatte. Stellt der Arzt über einen Labortest diesen Verursacher fest, trägt der Pilz meist den beeindruckenden Namen Scopulariopsis brevicaulis. Die gute Nachricht ist, dass der in vielen Medikamenten zur Nagelpilzbehandlung wirksame Stoff Bifonazol Pilze unabhängig von ihrer Art bekämpft.

Fußpilz – der Vorbote der Nagelpilzinfektion

Einige Pilzsporen hat jeder Mensch auf seiner Haut. Unter normalen Bedingungen hält Ihr Immunsystem diese Pilze in Schach und Sie bleiben gesund. Doch wenn im Schwimmbad oder durch das gemeinsame Benutzen von Pedikürewerkzeugen oder Handtüchern mit einem Erkrankten plötzlich viele Pilzerreger die Haut besiedeln, versagt die Abwehr. Ein feucht-warmes Klima im Schuh sorgt für ein explosionsartiges Wachstum. Fußpilz gehört zu signifikanten Nagelpilz-Ursachen. Bleibt der Fußpilz unbehandelt, breitet sich die Infektion in oder unter die Nagelplatte aus. Während Fußpilz sich leicht behandeln lässt, erfordert die Therapie von Nagelpilz viel Geduld und Ausdauer.

Werden Sie umgehend aktiv, wenn:

  • Sie juckende oder gerötete Stellen an Ihren Füßen entdecken,
  • 
Sie ein leichtes Brennen verspüren, sich wassergefüllte Bläschen bilden oder die Haut stellenweise nässt,
  • 
Sie trockene, schuppende Hautareale ausmachen.

Besonders anfällig für Fußpilz ist die zarte Haut zwischen den Zehen. Auch unter der Fußsohle kann Fußpilz entstehen. Reagieren Sie sofort bei den ersten Symptomen einer Fußpilzerkrankung, um Nagelpilz vorzubeugen. Online oder in der Apotheke erhalten Sie Medikamente mit Wirkstoffen wie Clotrimazol, Terbinafin, Miconazol oder Bifonazol. Zur Behandlung empfohlen ist besonders der Wirkstoff Bifonazol. Dieser Wirkstoff verbleibt länger in der Haut und lindert den Juckreiz besonders schnell. Auch Entzündungen klingen schnell ab. Wenn Sie Fußpilz schnell und konsequent behandeln, bekämpfen Sie die häufigste Ursache für Nagelpilz.

Weitere Informationen zum Thema Fußpilz erhalten Sie in dem Video von rbb ZIBB:

Darüber spricht man nicht: Fußpilz

Schlechte Durchblutung

Eine verminderte Durchblutung in den Füßen macht es dem Nagelpilz leicht. Besonders betroffen sind Diabetiker. Durch den zu hohen Blutzuckerspiegel nehmen die feinsten Blutgefäße und die Nerven Schaden. Wenn Sie an Diabetes leiden, sollten Sie Ihre Füße und die Zehennägel besonders gut beobachten. Diabetiker sind häufig anfällig für Nagelpilz. Durchblutungsstörungen als Nagelpilz-Ursachen können nicht nur bei Diabetikern auftreten. Auch andere Krankheitsbilder gehen mit einer verminderten Durchblutung einher. Dazu zählen unter anderem:

  • Reynaudsyndrom
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
  • Multiple Sklerose

Auch Erkrankungen, die das Nagelwachstum beeinflussen, gehören zu den Nagelpilz-Ursachen. Schuppenflechte, Neurodermitis oder Melanome am Nagelbett erleichtern den Pilzerregern das Eindringen. Bei einem geschwächten Immunsystem haben Pilze ebenfalls ein leichtes Spiel.

Risikofaktor Sport

Wenn Sie regelmäßig sportlich aktiv sind, hatten Sie höchstwahrscheinlich schon einmal eine Nagelpilzinfektion. Tatsächlich leidet Risikofaktor Sportjeder dritte Sportler an einer Pilzinfektion auf den Fußsohlen oder zwischen den Zehen. An die 17 Prozent haben zusätzlich eine Onychomykose, auch Nagelpilz genannt. Die Erkrankungen Fußpilz und Nagelpilz gehören praktisch zusammen und sind beide ansteckend. Die Ursache für Nagelpilz im Sport liegt meist darin, dass eine Infektion für einen längeren Zeitraum nicht erkannt oder nicht behandelt wird. Denn der Fuß ist beim Marathon, beim Tennis, beim Fußball oder beim Triathlon stundenlang im engen Sportschuh eingequetscht und schwitzt vor sich hin. Das sind die besten Bedingungen für die Ausbreitung von Bakterien und Pilzerreger. Auch gemeinsam benutzte Duschen, Bäder und Umkleiden sind der ideale Nährboden für Pilzinfektionen, auch wenn Sie ansonsten kerngesund sind.

Fehlstellungen und falsche Nagelpflege

Fehlstellungen der Füße wie ein Spreizfuß oder ein Ballenzeh können die Ursache für Nagelpilz sein. Durch die Fehlstellung der Zehen oder andere Deformitäten kommt es im Schuh zu einem starken Druck auf die Zehen. Das vermindert einerseits die Durchblutung im gedrückten Bereich, andererseits verursacht der Druck auch kleinste Hautverletzungen. So entstehen Eintrittspforten für den Nagelpilz, dem das Immunsystem nur wenig entgegensetzen kann. Lassen Sie Fehlstellungen der Füße behandeln und tragen Sie Einlagen oder spezielle orthopädische Schuhe. So verringern Sie Ihre persönlichen Nagelpilz-Ursachen deutlich.

Aber auch mit der richtigen Fußpflege können Sie die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen und damit auch das Nagelpilzrisiko deutlich senken: Denn rund geschnittene Fußnägel, die einwachsen, und kleine Verletzungen bei der Fußpflege gehören zu den häufigsten Ursachen für Nagelpilz. Die kleinen Wunden, die oft für das Auge unsichtbar sind, bieten Pilzen und Bakterien eine ideale Angriffsfläche. Pilze und Bakterien treten oft gemeinsam auf. Außerdem ist das Immunsystem weniger effektiv, wenn es gegen mehrere Gegner gleichzeitig antreten muss. Achten Sie auf eine sachgerechte Fußpflege. Insbesondere, wenn Sie an Diabetes oder Durchblutungsstörungen leiden, ist es sinnvoll, eine professionelle Fußpflege zu nutzen. Durch die fachgerechte Pflege kann Nagelpilzerkrankungen vorgebeugt werden. Die professionelle Fußpflege unterstützt Sie auch bei der Behandlung, wenn sie unter dem mitunter hartnäckigen Nagelpilz leiden.

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