in Symptome

Grüner Nagelpilz ist oftmals kein tatsächlicher Pilz, wird aufgrund der ähnlichen Symptome, Risikogruppen und Behandlung jedoch häufig als solcher bezeichnet. Dabei verbergen sich hinter der Infektion meist Bakterien oder andere Auslöser. Eine Abklärung ist daher in jedem Fall entscheidend für die richtige Therapie.

Der grüne Nagelpilz wird auch als Grüner-Nagel-Syndrom bezeichnet. Grundlegend handelt es sich dabei um eine Grünfärbung des Nagels, die nicht in jedem Fall durch eine Infektion mit Pilzen hervorgerufen werden muss. Deutlich häufiger zeigt sich ein Befall mit Bakterien dafür verantwortlich.

Füße mit grünem Nagelpilz

© serikbaib / Adobe Stock

Grüne Nägel: Was sind mögliche Ursachen und Risikofaktoren?

Auslöser für den grünen Nagelpilz sind oftmals Bakterien des Stamms Pseudomonas aeruginosa. Ebenso kann es sich hierbei aber auch um eine Pilzinfektion, Verfärbungen durch Nagellack oder die Folgen einer Gelbsucht handeln.

Bei den Risikofaktoren für eine Infektion handelt es sich um:

  • häufiger Kontakt zu Wasser und/oder Chemikalien:
    Wer sich sehr häufig die Hände waschen oder abwaschen muss, ungeschützt mit Desinfektionsmitteln oder Reinigungsmitteln in Kontakt kommt, zerstört damit den natürlichen Hautschutz und gegebenenfalls auch die Nagelplatte. Hierdurch können Pilze und Bakterien einfacher eindringen und sich ausbreiten.
  • schwaches Immunsystem und Krankheiten:
    Ein geschwächtes Immunsystem lässt den Körper generell anfälliger für Krankheiten werden. Aber auch Vorerkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus oder eine Immunsuprimierung durch die notwendige Einnahme von Medikamenten können das Risiko für Infektionen und damit einhergehende Verfärbungen erhöhen.
  • Verletzungen der Nägel:
    Wer an den Nägeln kaut oder mit scharfen Gegenständen ungeschützt umgehen muss, riskiert dabei immer wieder, dass die Nagelplatte verletzt wird. Hierdurch können Erreger eindringen und sich in den Schichten ausbreiten.
  • Hautpilz:
    Wer bereits unter Hautpilz leidet, gehört zu einer Risikogruppe. Denn die Erreger können sich von der Haut aus auch auf die Nägel übertragen.
  • unhygienische Maniküren und Pediküren:
    Werden Scheren und Feilen mit anderen Menschen geteilt und zwischen den Nutzungen nicht vollständig desinfiziert, können Keime übertragen werden. Sowohl im eigenen Zuhause als auch in Salons sollte daher darauf geachtet werden, dass hygienische Umstände herrschen und wahlweise Wegwerf-Produkte genutzt oder aber gründliche Reinigungen aller Utensilien durchgeführt werden.
  • künstliche Nägel und Nagellack:
    Das Auftragen künstlicher Fingernägel oder das häufige Tragen von Nagellack kann zum einen Feuchtigkeit und Keime zwischen der aufgetragenen Schicht und dem Nagel fixieren und zum anderen die Nagelplatte schädigen. Denn die Chemikalien in den Nagellacken und Klebstoffen sowie der Nagellackentferner greifen die Nagelsubstanz an und können sie damit anfälliger für Infektionen werden lassen.
  • Gelbsucht:
    Gelbsucht lässt auf eine Erkrankung oder Funktionseinschränkung der Leber schließen. Dadurch werden die roten Blutkörperchen nicht mehr richtig abgebaut und der rote Farbstoff lagert sich im Gewebe ein. Das kann auch bei den Nägeln der Fall sein, wodurch es zu grünlichen Verfärbungen kommt.
  • Verfärbungen:
    Bestimmte Nagellacke können die Nägel verfärben. Oftmals nehmen sie eine gelbliche Tönung an. Grünliche Töne sind aber ebenfalls möglich und zudem unbedenklich.

Grüner Nagelpilz: Anzeichen und Symptome

Grüner Nagelpilz weist als hauptsächliches Anzeichen die Grünverfärbung der Nägel auf. Dazu können jedoch Veränderungen der Form und Struktur der Nagelplatte, das Abschälen oder sogar Abheben des Nagels kommen. Es können sich Rillen bilden und der Nagel kann sich verdicken oder spröde werden. Auch Schmerzen und Entzündungen des Nagelbetts sind möglich.

Welche Symptome auftreten, ist abhängig von der Ursache der grünlichen Verfärbung.

Diagnose von grünem Nagelpilz

Da sich unterschiedliche Ursachen für die Grünfärbung der Nägel verantwortlich zeigen können, ist für eine gezielte Behandlung eine entsprechende Diagnose wichtig. Hierzu kann eine Probe des Nagels genommen und untersucht werden.

Dabei können die Erreger festgestellt und das passende Mittel ausgewählt werden. In der Regel reicht eine mikroskopische Untersuchung oder aber das Anlegen einer Kultur mit anschließender Untersuchung aus, um eine sichere Diagnose zu stellen.

Behandlung bei grünen Nägeln

Handelt es sich bei der Ursache um Pilze oder Bakterien, werden sogenannte Antimykotika eingesetzt. Bei diesen handelt es sich um Mittel mit Wirkstoffen, die Pilze und Pilzsporen bekämpfen. Geeignet ist beispielsweis der Wirkstoff Bifonazol, da dieser nicht nur einen Effekt auf Pilze, sondern auch auf Bakterien haben. Wichtig ist bei der Therapie, dass das jeweilige Mittel regelmäßig und umfassend aufgetragen wird. Anderenfalls kann es zu einer Re-Infektion, also einer wiederholten Ansteckung und Ausbreitung kommen.

Grüner Nagelpilz: Kann ihm vorgebeugt werden?

Die beste Vorbeugung gegen Infektionen der Nägel setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen:

  • Schutz:
    Schutz gegen Chemikalien durch entsprechende Handschuhe ist ebenso wichtig wie das Eincremen der Hände und Fingernägel. Entscheidend ist dies vor allem dann, wenn es häufig Kontakt zu Reinigungsmitteln, Desinfektionsmitteln oder Wasser kommt.
  • Pflege:
    Regelmäßige schonende Maniküren und Pediküren sowie das Einölen oder Eincremen von Händen und Nägeln gehört zu einer umfassenden und vorsorglichen Pflege. Vor allem Risikogruppen, wie Diabetiker, sollten zumindest die Pediküre professionellen Fachleuten überlassen. Diesen fällt zum einen Veränderungen schneller auf, sodass eine frühzeitige Behandlung möglich ist. Zum anderen können sie die Pflege abgestimmt auf die speziellen Ansprüche bei Diabetes durchgeführt werden.
  • Behandlung von Krankheiten:
    Bestehen bereits Hautpilz oder andere Erkrankungen, die das Risiko für grünen Nagelpilz beziehungsweise Infektionen der Nägel erhöhen können, sollten diese umfassend behandelt werden. Hierdurch lässt sich die Gefahr für Infektionen verringern.
  • Nägel atmen lassen:
    Das ständige Tragen von künstlichen Nägeln oder Nagellack gilt als Risiko. Besser ist es daher, entweder darauf zu verzichten oder aber regelmäßige Pausen einzuführen, in denen die Nägel „nackt“ sind und somit atmen können.
  • Ernährung und Lebensweise:
    Gesunde Nägel sind widerstandsfähige Nägel und damit weniger anfällig für Schäden sowie Infektionen. Damit die Nägel gesund bleiben, muss auch die Versorgung entsprechend umfassend und gut sein. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf schädliche Substanzen wie Alkohol und Nikotin sowie Drogen.
  • Hygiene:
    Wenn bereits eine Infektion besteht, sollten weder Utensilien noch Textilien mit direktem Kontakt zu Haut und Nägeln mit anderen geteilt werden. Hierdurch lässt sich eine Ansteckung vermeiden.

Bildnachweis: © serikbaib / Adobe Stock

Bewertung
[Gesamt: 1 / Durchschnitt: 5]

Suchbegriff eingeben und Enter drücken

Daumen mit gelben NagelpilzGroßer Zeh mit fortgeschrittenem Zehennagelpilz