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Kurze Fingernägel

Inhaltsverzeichnis:

  1. Gründe für das Nägelkauen
  2. Tipps gegen Nägelkauen

Die Ursachen für Fingernägelkauen, wissenschaftlich als Onychophagie bezeichnet, liegen beim Menschen oft in Nervosität, ausgelöst durch Stress, vielleicht Verhaltensstörungen oder falsche Vorbilder. Liegen Neurosen oder Psychosen zugrunde, sollte ein Facharzt aufgesucht werden. Fingernägelkauen kann im Rahmen von Modelllernen gelernt (angewöhnt) werden und auf demselben Weg auch wieder verlernt werden. Allerdings sind abgekaute Fingernägel und die angrenzenden Hautpartien erst einmal eine Angriffsfläche für Erreger. Folgeerkrankungen sind daher nicht ganz unwahrscheinlich.

Gründe für das Nägelkauen sind vielfältig

Warum genau Sie Fingernägel kauen, kann Ihnen vermutlich niemand so genau sagen. Manche Menschen gewöhnen sich das als eine Art von nervösem Tick an, andere schauen es sich völlig unbewusst von Mitmenschen ab, wieder andere Menschen reagieren auf Langeweile oder Unterforderung mit Nägelkauen. Unlust, Unruhe oder Anspannung können Auslöser sein. Insofern ist Nägelkauen immer ein Zeichen dafür, dass irgendetwas zu Unwohlsein führt. Es dient der Bedürfnisbefriedigung in Stress- und Konfliktsituationen. Tritt Nägelkauen zusammen mit Neurosen oder paranoiden Psychosen auf, sollte das dem behandelnden Arzt gegenüber angesprochen werden.

Ganz egal, welche Ursachen das Nägelkauen hat: Gut für die Gesundheit ist es nicht. Die abgekauten Nagelpartikel und Hautstückchen werden meist heruntergeschluckt und bringen allerlei Erreger und Verschmutzungen in den Verdauungstrakt. Da sie scharfkantig sind, können sie den Mund- und Rachenraum verletzen. Schwerwiegender sind meist jedoch andere Folgen.

Konsequenzen des Nägelkauens sind nicht nur gesundheitlicher Art

Die enorm verkürzten Fingernägel bei chronischem Nägelkauen fallen sofort auf. Meist ist der natürliche Nagelwuchs soweit reduziert, dass die Haut im Nagelbett nicht nur blank liegt, sondern auch verletzt wird. Die Nägel sind dauerhaft deformiert. Und Nagelbett und umliegende Haut sind anfällig für Warzen, Pilze, Entzündungen und bakterielle Infektionen. Denn die von der Spucke aufgeweichte und von den Zähnen verletzte Haut bietet Erregern einen idealen Nährboden. Dadurch treten Folgeerkrankungen auf, die ärztlich behandelt werden müssen.

Zu den gesundheitlichen Folgen von Nägelkauen gehören manchmal auch Magenschmerzen und Verdauungsprobleme. Wenn Sie die abgekauten Nagelreste herunterschlucken, schlucken Sie auch Erreger und Verschmutzungen. Hören Sie auf, Nägel zu kauen, verschwinden die Schmerzen meist wieder. Nur selten müssen die Verdauungsbeschwerden gesondert behandelt werden.

Weit gravierender sind die Folgen für die Zähne: Meist kauen Menschen Nägel über Jahre, und zwar immer in der gleichen Haltung. Die Zähne werden also auf lange Sicht eher einseitig belastet. Das kann zu einer Fehlstellung der Zähne führen, die die Mundhygiene erschwert und in der Folge zu Zahnfleischentzündungen führt. Für den Kiefer bedeutet das ebenfalls eine Belastung, die Muskulatur wird besonders beansprucht. Die verkrampfte Haltung beim Knabbern und Kauen kann Verspannungen verursachen, die bis in den Bereich von Nacken und Schultern ziehen, zu Spannungskopfschmerzen und weiteren Folgeerkrankungen führen. Allerdings ist hier nicht ganz klar, welcher Anteil der Muskelverspannung tatsächlich nur auf das Nägelkauen zurückzuführen sind, und welcher Anteil auf das Konto der zugrundeliegenden Nervosität oder des Stresses selbst gehen. In den meisten Fällen dürfte Stress eine verkrampfte Haltung sowie Nägelkauen auslösen, und das Nägelkauen führt wiederum zu einer verkrampften Haltung.

Psychische Auswirkungen

Ihnen ist natürlich bewusst, dass Sie Nägel kauen. Dieses Verhalten ist gesellschaftlich akzeptiert und sehr weit verbreitet – hoch angesehen ist es trotzdem nicht. Sie schämen sich also, und das ist verständlich. Allerdings führen Schamgefühle zu Stress und Stress führt zu Nägelkauen. Es hilft also gar nichts, wenn Sie sich selbst unter Druck setzen und Ihre Nägel permanent verstecken wollen. Die psychische Belastung kann schwere Depressionen auslösen, denn unter Umständen entkoppeln Sie sich sozial.

Fingernägel kauen: kleine, lästige Angewohnheit oder eine Qual?

Was in den meisten Fällen als eine blöde Angewohnheit anfängt, wächst sich für viele Betroffene irgendwann wirklich zur Qual aus. Wenn Sie an den Nägeln knabbern, bis die Haut um den Nagel herum blutet, ist es an der Zeit, sich Hilfe zu suchen. Nagelbettentzündungen und psychische Probleme sind jetzt nämlich nicht mehr unwahrscheinlich.

Forscher gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der Kinder und 45 % der Jugendlichen Nägel kauen. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Angewohnheit weiter verbreitet als bei Erwachsenen. Oft beginnen Kinder schon im Alter von drei bis vier Jahren damit. Meist ist die Angewohnheit unbedenklich und verschwindet von alleine wieder. Besteht sie aber bis ins Erwachsenenalter und wird chronisch, ist das ungesund. Das Phänomen ist nicht geschlechterspezifisch, Männer und Frauen kauen gleichermaßen oft Nägel. Tendenziell ersetzen Kinder und Jugendliche die Angewohnheit als Erwachsene durch eine andere Angewohnheit, zumindest statistisch gesehen. Wenn Sie also als Kind oder Jugendliche/-r Nägel gekaut haben und es nicht mehr tun, ist es wahrscheinlich, dass Sie jetzt rauchen oder viel Kaugummi kauen, ständig ein Mintbonbon im Mund haben oder an Stiften knabbern.

Tipps gegen Nägelkauen: Leichtes Knabbern können Sie sich abgewöhnen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich das Nägelkauen auch wieder abzugewöhnen. Vor allem dann, wenn man nur gelegentlich und leicht Nägel kaut, ist das noch recht einfach.

1. Niemals schimpfen.

Schimpfen Sie auch Kinder nicht aus, wenn sie Nägel kauen. Das hilft nicht, denn es setzt unter Druck und sorgt für Stress. Viel effektiver ist es, sich und anderen Betroffenen bewusst zu machen, welche unangenehmen Folgen das Nägelkauen haben kann. Kinder verstehen das, wenn sie es erklärt bekommen.

2. Bitter schmeckender Nagellack.

Nägel kauen ist oft nicht bewusst. Sie werden sich Ihrer Handlung bewusst, wenn Sie bitter schmeckenden Nagellack auf die Nägel auftragen. Denn der Geschmack ist unangenehm, so dass Sie ganz automatisch die Finger wieder aus dem Mund herausnehmen. Der Nagellack ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, sollte aber nur auf die Nägel aufgetragen werden, wenn die Haut rundherum keine offenen Wunden zeigt.

3. Tragen Sie Handschuhe.

Vor allem dann, wenn Sie wissen, warum und wann Sie Nägel kauen. Es geht nicht darum, die Nägel mechanisch mit dem Handschuh zu schützen. Sie werden nicht aus lauter Verzweiflung den Handschuh aufessen. Sondern Sie werden sich Ihrer Handlung bewusst und können sie kontrollieren. Damit sind die Nägel vor Ihren Zähnen sicher.

4. Öfters ins Nagelstudio gehen.

Künstliche Nägel sind zwar für den natürlichen Nagel nicht so gut. Denn zwischen den beiden Nägeln können sich Erreger sehr leicht festsetzen. Trotzdem kann bei sehr leichtem Nägelkauen der Kunstnagel eine gewisse Schutzwirkung entfalten: Er ist so hart, dass Sie mit den Zähnen keinen Schaden anrichten können. Der natürliche Nagel ist geschützt, und Sie bemerken am komischen Gefühl im Mund, wenn Sie den Kunstnagel zwischen den Zähnen haben. Ist Ihnen das Nägel kauen bewusst, nehmen Sie normalerweise ohnehin die Finger aus dem Mund.

5. Reaktionsumkehr und Entspannungstechniken

Unser letzter Tipp gegen Nägelkauen ist vor allem bei den richtig schweren Fällen wirksam. Wenn Sie bereits ein kaputtes Nagelbett haben, sich vielleicht Nagelpilz eingestellt hat oder eine andere Infektion vorliegt, können Sie nicht mehr mit einem rezeptfreien Nagellack arbeiten. Reaktionsumkehr meint, dass Sie ein Bewusstsein dafür entwickeln, wann Sie Nägel kauen. Wann immer Sie das tun, sollten Sie sich eine Ersatzhandlung angewöhnen. Besonders beliebt ist es, in der jeweiligen Situation die Hand fest zur Faust zu schließen. Denn dann kommen Sie gar nicht mehr an die Nägel heran. Aber viel wichtiger ist, dass Sie irgendwann automatisch unter Stress oder bei Nervosität schlicht die Hand zur Faust ballen. Immer dann, wenn Sie zuvor an den Nägeln gekaut hätten. Entspannungstechniken helfen Ihnen dabei, innere Unruhe und Anspannung zu besiegen. autogenes Training und progressive Muskelentspannung nehmen Ihnen den Stress, so dass Sie gar nicht mehr das Bedürfnis haben werden, an den Nägeln zu kauen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Quellen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Onychophagie
  • https://www.welt.de/gesundheit/article159481609/Es-tut-weh-sieht-fies-aus-Fast-jeder-Dritte-kaut-Naegel.html
  • https://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/naegelkauen-einfache-therapie-hilft-beim-aufhoeren-a-1023501.html
  • https://clinical-neuropsychology.de/impulskontrollstoerung_selbsthilfetechnik_trichotillomanie_naegelkauen
  • http://www.kli.psy.ruhr-uni-bochum.de/klipsy/public/margraf%20Journals%20with%20Peer-Review/Wilhelm%20et%20al.%20(1993).%20Naegelkauen_Deskription,%20Erklaerungsansaetze%20und%20Behandlung.pdf
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