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Um Nagelpilz ranken sich zahlreiche Mythen. Kein Wunder, leiden doch sehr viele Menschen an Onychomykose – etwa 30 Prozent aller Menschen weltweit. Wer ihn sich wo und wie einfängt, ist ebenso von Interesse wie die Frage, was wirklich hilft: Knoblauch oder Zahnpasta? Wir nehmen die gängigsten Mythen unter der Lupe.

Mythen, Fragen

Mythos 1: „Nagelpilz zeugt von mangelnder Hygiene“

Das stimmt nicht. Kleinste Verletzungen, etwa Hautrisse, unterstützen die Verbreitung der Sporen. Oft merkt man selbst davon gar nichts. Häufig reicht schon ein Besuch im Schwimmbad oder in der Sauna, um sich anzustecken.

Mythos 2: „Nagelpilz heilt von selbst“

Im Gegenteil: Je länger man mit Gegenmaßnahmen wartet, desto hartnäckiger setzt sich der Pilz fest. Er breitet sich nämlich rascher aus, als der Nagel nachwächst. Ein simples Auswachsen ist deshalb unmöglich. Nur eine gezielte Therapie im Verein mit penibler Hygiene kann den Pilz endgültig besiegen.

Mythos 3: „Nagelpilz ist nicht gefährlich / nicht ansteckend“

Das ist falsch. Denn Nagelpilz ist hochansteckend, weshalb der leichtfertige Umgang damit seine weitere Verbreitung unterstützt. Wer von Nagelpilz betroffen ist, sollte unverzüglich handeln. Er schützt damit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Umwelt, vor allem Partner und Kinder.

Mythos 4: „Nagelpilz bekommen nur Senioren“

Falsch – obwohl ein Körnchen Wahrheit darin steckt: Ältere Menschen sind tatsächlich häufiger von Nagelpilz betroffen. Das liegt daran, dass ihre Haut nicht mehr so intakt ist wie bei jungen Menschen. Dennoch ist niemand davor sicher, Nagelpilz zu bekommen – selbst Kinder nicht.

Mythos 5: „Eine Nagelpilzbehandlung dauert lange: oft ein Jahr und länger“

Das stimmt nicht! Wer auf eine 2-Phasen-Kurzzeitherapie setzt, kann bereits nach wenigen Wochen sichtbare Erfolge beobachten.

Mythos 6: „Sportler bekommen öfter Nagelpilz

Hier kommt es auf die Sportart an. Steckt der Sportler mit den Füßen in feuchtwarmen Sportschuhen, bietet er dem Pilz ein ideales Klima. Zudem belasten Läufer oder auch Fußballer ihre Haut stark, wobei es auch zu den so kritischen Mikroverletzungen kommt – hier docken Sporen gern an.

Mythos 7: „Nagelpilz bekommt man nur im Schwimmbad“

Dieser Mythos ist falsch. Zwar treffen Sie im Schwimmbad und beim Duschen tatsächlich auf jede Menge Sporen. Doch das ist an anderen Orten genauso, weshalb Sie sich auch woanders anstecken können. Hotels etwa sind wahre Nagelpilzfallen – besonders der Bodenbereich vor dem Bett!

Mythos 8: „Desinfizierende Fußduschen schützen vor Nagelpilz

Falsch. Gerade Duschen weicht die Haut auf. Selbst wenn also desinfizierende Mittel beigefügt werden, steigt damit die Gefahr kleinster Verletzungen. Im Endeffekt gibt man damit dem Pilz eine zusätzliche Chance, anstatt ihn zu bekämpfen.

Mythos 9: „Fußpilz wird häufig zu Nagelpilz

Richtig! Beide Mykosearten haben denselben Erreger. Darum wird oft aus dem einen Pilz der andere – umgekehrt geht das natürlich auch: Unbehandelter Nagelpilz breitet sich oft auf die Füße aus.

Mythos 10: „Probiersöckchen schützen vor Erregern“

Falsch. Nutzen Sie besser Ihre eigenen Probiersöckchen. Die im Laden angebotenen sind häufig aus so feinem Material, dass die Sporen mit Leichtigkeit durch den Stoff kommen.

Mythos 11: „Zuckerfrei leben hilft“

Falsch. Weil der Pilz sich unter der Nagelplatte befindet, hat er kaum Kontakt mit Blutgefäßen. Ein Aushungern durch Verzicht auf Zucker und weitere Kohlenhydrate hilft hier leider nicht.

Mythos 12: „Waschen bei 60 Grad tötet die Sporen“

Das stimmt nur dann, wenn Sie einen Hygienespüler benutzen. Einfaches Waschen reicht bei dieser Temperatur nicht aus, weil Sie die hartnäckigen Sporen erst bei 90 Grad Celsius zuverlässig abtöten.

Mythos 13: „Hausmittel helfen gegen Nagelpilz

Viele Hausmittel stehen im Ruf, gegen den Pilz zu helfen. Leider tun das nur wenige – häufig ist bei solchen Mythen mehr Glaube als Wissen im Spiel. Schließlich sind Sporen etwas anderes als Bakterien – damit verlieren Knoblauch, Teebaumöl und Alkohol ihre Wirksamkeit, denn sie sind antibakteriell. Gut ist aber deren desinfizierende Wirkung. Deshalb können sie unterstützend bei einer konventionellen Therapie angewandt werden.

Mythos 14: „Eigenurin hilft“

Noch nicht so weit verbreitet, aber doch schon mit einem gewissen Mythos behaftet: die Behandlung mit Eigenurin. Ob das hilft, ist nicht abschließend geklärt, denn es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege für eine medizinische Wirksamkeit.

Fazit

Viel Mythen gehören tatsächlich ins Reich der Legenden. Gegen die hartnäckigen Sporen des Pilzes hilft ausschließlich eine konventionelle Therapie – in Verbindung mit penibler Hygiene. Von Eigenexperimenten oder Aussitzen raten wir ab!

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Fußpilz ist bei Schwimmprofis keine Seltenheit